ür „Mar Dulce“ lässt sich vermutlich am besten werben, wenn man die Namen der Gastmusiker erwähnt: Stars wie Nelly Furtado oder Elvis Costello zieren die Tracklist - Persönlichkeiten, mit denen sich Bajofondo internationale und musikalisch multitalentierte Größen ins Boot holt. Aber auch die spanische Sängerin/Rapperin La Mala Rodríguez dürfte dem ein oder anderen ein Begriff sein. Die Liste lässt sich fast endlos weiterführen, aber wer ist jetzt eigentlich erstmal Bajofondo?
Das Herzstück von Bajofondo ist der 1952 in Buenos Aires geborene Musiker, Komponist und Produzent Gustavo Santaolalla. Jeder, der Babel, Brokeback Mountain oder 21 Gramm gesehen hat, kennt ihn, denn Santaolalla hat mit der Filmmusik für diese Streifen wahrscheinlich mehr Ohren beschallt als mit den Bajofondo-Alben. Nicht nur für die Filme gabs sehr gute Kritiken, sondern auch für Santaolallas Soundtracks. Für Babel und Brokeback Mountain hat er sogar zwei Oscars in Folge bekommen.
„Mar Dulce“ ist das dritte Album eines neunköpfigen argentinisch-uruguayanischen Kollektivs, das Santaolalla 2002 mit seinem uruguayanischen Kollegen Juan Campodónico und dem gebürtigen Franzosen Luciano Supervielles gründete. Ursprünglich lautete der Name noch „Bajofondo Tango Club“, der nun aber auf Bajofondo verkürzt wurde, um ein für allemal mit Klischees und Pauschalisierung Schluss zu machen. Der Tango soll eben nur Stilmittel und nicht Etikette der Kappelle sein. Bajofondos Stil ist vielfältig und diese Vielfalt kommt nun auf „Mar Dulce“ zum Beispiel durch die starke Präsenz von Gastmusikern zur Geltung. Elemente von Tango, Murga, Milonga und Candombe kommen ebenso zum Zug wie argentinische und uruguayanische Rock-, HipHop- und Electronica-Musik. Allein die Klangvielfalt ist beachtenswert, die klassische Töne von Gitarre, Percussion, Klavier und Kontrabass mit Beats, Samples und diversen Stimmen vereint.
„Mar Dulce“ artikuliert vor allem eins: Weltoffenheit. Zum einen sind hier Musiker von fast allen Kontinenten vertreten, zum anderen präsentieren diese aber auch eine Musik, die weder zeit- noch ortsabhängig, die so luftig und schwerelos ist, dass sowohl 7- als auch 80-Jährige sie hören können, egal ob in Buenos Aires, London, Jakarta, Tel Aviv oder Tokyo. Die Songs reichen von instrumental-rhythmischen Tango-Stücken bis zu beinahe progressiven Elektro-Tracks und passen gleichermaßen in Club- und Siestaatmosphäre. Man spürt wie viele Jahre des Musizierens, Komponierens und Produzierens in dieser Platte stecken, wie viel Erfahrung und vor allem wie viel Freude und Herzblut.










