ut gekleidete Menschen, Rauchverbot unvorstellbar, Champagner für alle und das Grammophon immer bis zum Anschlag aufgedreht - so stellt man sich im Grunde die goldenen 20er Jahre vor. Waldeck’s Gramophone Vol. 1 lässt diese Zeit wieder aufleben.
So hat der Wiener Produzent Klaus Waldeck auf seiner „Swing & Champagne“ betitelten Compilation versucht eine Brücke von den 20ern bis heute zu schlagen. Diese Brücke muss über einen tiefen Graben reichen, den Nazi-Zeit und zweiter Weltkrieg hinterlassen haben, als sie die Swing-Bewegung abrupt beendeten. Dabei will Waldeck keine Kopie des Originals anfertigen, sondern den Sound ins 21. Jahrhundert transportieren. Diese Mission glückt. Bei „Swing & Champagne“ treffen großartige Originale wie „Deux Cigarettes Dans L’Ombre“ von Leon Monosson oder „Coucou“ vom legendären Django Reinhardt auf Tracks wie „Mr Soft“ von Kormac aus Dublin, der den Vibe der 20er ohne große Verluste ins Heute transportiert. Auch Waldeck selbst begibt sich zwei Mal an die Regler. Die Tracks „Jerry Weintraub“ und „Get Up Carmen“ stammen von seinem letzten Album „Ballroom Stories“ auf dem er sich auch schon vom Sound der 20er und 30er Jahre hat inspirieren lassen. Am nächsten an die Chansons der damaligen Zeit kommt aber die Band Pink Martini mit „Symphatique“. Die 12-köpfige Band aus Portland dürfte Liebhabern des Easy Listening schon durch diverse Beiträge auf „Buddha Bar“ und ähnlichen Lounge-Gedudel Compilations ein Begriff sein. Trotzdem sind es aber vor allem die Original-Aufnahmen mit ihrem herrlichen Schellack-Klang die diese Zusammenstellung hörenswert machen.
Waldeck hat sich tief durch Musikhistorie gewühlt und dabei großartige Aufnahmen herausgepult, die auch ein Jahrhundert später noch glanzvolle Momente versprühen. Der Glamour der damaligen Musik wird durch die neueren Stücke gekonnt aufgenommen. Schönes Ding.










