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"Searching For The Simple Life" von Eight Legs
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"Searching For The Simple Life" von Eight Legs

as ist das? Lärmende Bässe, Trommelwirbel, Aufruhr. Mein erster Gedanke: In den Straßen herrscht Krieg. Doch dann: Lederjacken, wilde Frisuren, Sicherheitsnadeln. Mein zweiter Gedanke: Punk’s not dead.

Während andere Kollegen von der Insel, denken wir an die Kooks oder Bloc Party, doch mehr so als liebe Schwiegersöhne daherkommen, gibt’s bei den Eight Legs nur ein Gesetz: Auf die Fresse. Scheinbar wollen sie den Kollegen der späten 70er (besser gesagt den Vätern) noch mal die letzte Ehre erweisen, nachdem Sex Pistols, The Clash, die Ramones und Konsorten mit Mann und Maus über Bord gegangen sind, versunken im Ozean der Musiktrends, und sie ein ähnliches Schicksal wie Che Guevara erleiden: Zum Fashion-Objekt degradiert werden sie von der Modewelt als Klischees für Unangepasstheit und Wildheit instrumentalisiert. Dass man jetzt Mädels mit von H&M gefertigten Sex Pistols - Schriftzügen rumlaufen sieht… Sid Vicious hat das sicher nicht gewollt. Und ob die Eight Legs so was gut finden? Schwer zu sagen. Mit ihrem Mix aus gegenwärtigem Indie und historischem Punkrock gehen die vier Boys aus Stratford-Upon-Avon auf jeden Fall einen Schritt in diese Richtung. Stratford-Upon-Avon hat übrigens schon so manches Talent hervorgebracht, den guten alten Shakespeare zum Beispiel.

Das Debüt der Eight Legs ist auf alle Fälle eine straighte Platte. Während es wirklich außerordentlich schepprig beginnt, finden sich schon auch etwas melodischere Tracks auf der Platte, die zwar auch nicht aus viel mehr als drei Akkorden zusammengebastelt, aber dadurch zumindest eingängig sind. Und Songs wie „Blood, Sweat, Tears“ oder „Vicious“ haben in erster Linie ein Ziel: Die Leute zum Tanzen zu bringen. „Searching For The Simple Life“ heißt die Platte. Treffender hätte es die Spaß-Generation wohl nicht zum Ausdruck bringen können. Und ehrlich gesagt: Der gerade mal 18-jährige Jungspund Sam Jolly, der den Eight Legs seine Stimme leiht, könnte mich mit seinem charmanten British English auch fast zum „Simple Life“ bekehren.

Trotzdem ist mir das Ganze noch etwas zu unausgereift, ein bisschen zu viel Schülerband vielleicht. So richtig lassen sich die Tracks nicht voneinander abgrenzen, stets dominieren Schlagzeug und Gitarre und so poltert die Platte vor sich hin, bis sie nach einer guten halben Stunde auch schon einmal durchgespielt ist. Ob das eine zündende Idee mit Zukunft ist, bleibt fraglich.
Eins kann man aber mit „Searching For The Simple Life“ auf jeden Fall haben: Spaß. Wenn Du also nachher auf ne Party willst, kannst Du Dir jetzt schon mal schön ein Bierchen aufmachen und Dich dazu von den Eight Legs beschallen lassen.

L. Krutzinna
titel
01 Wear That Shirt | 02 Vicious | 03 Freaking Out The Neighbours | 04 Eight Legs | 05 Simple Life | 06 Pass The Bucket | 07 Tell Me What Went Wrong | 08 Spilt Milk | 09 Blood, Sweat, Tears | 10 Can’t Slow Down | 11 Theses Grey Days
Release: 01.02.08 bei Weekender Records
|http://www.weekenderrecords.de/|
Künstler-Homepage: http://www.eightlegs.co.uk/
cover
Bewertung:
3/5