unky Nashville klingen nicht gerade als kämen sie aus dem kleinen, überschaubaren Dänemark, unser aller liebstem Urlaubsland, an dem wir regnerische Gemütlichkeit, schilfige Dünen und die kühle, von Quallen überbevölkerte Nordsee zu schätzen wissen. Nein, Funky Nashville klingen ganz anders: Nach endlosem Asphalt, sengender Sonne, roten Wüsten. Nach Nevada oder Texas, nach Goldgräbern oder nach Cowboys vielleicht.
„Hitch A Ride“ erzählt uns auch nichts vom Großstadtdschungel Kopenhagens oder dem Charme Jütlands, sondern viel mehr von Motels, lonely highways, von wilden in die Welt ziehenden Typen und zu Hause wartenden Frauen, von rastloser Weltenbummelei – kurz gesagt: Vom Weggehen, von der Sehnsucht und von der Liebe. Ganz schön abgegriffen das alles. Wer seine Freundin sitzengelassen hat und jetzt den Soundtrack seines Lebens sucht, ist hier mit „Ain’t No Cowboy“ bestens bedient. Wer das Klischee bedienen will. Bitte schön. Hier wird Idealen nachgejagt, die sich perfekt unter dem Stichwort Machismo zusammenfassen lassen. Funky Nashville wären wohl selbst nunmal auch lieber echte Cowboys als dänische Staatsbürger.
Um ihr alter ego auszuleben, haben sie sich 2001 also mit der Bandgründung ihr eigenes Sprachrohr geschaffen. Seitdem beehrten uns die Dänen mit einem Album "A Good Day to Drive" (2003) und ein bisschen Filmmusik zu dem hübschen Streifen „Männer wie wir“ (2004/5). Ihr Sound lässt sich dabei als poppigen Country definieren, besonders auffällig sind die Backgroundvocals, kaum ein Lied ist auf der Platte, wo kein ba-ba und oh-oh und aaahhhh ertönt. Wie der Bandname verrät haben sich die vier Dänen dem Nashville-Sound verschrieben, einer Strömung, die bewusst herkömmlichen Country mit der moderneren, gitarrenlastigeren Popmusik kreuzt. So was heute noch zu machen, ist auf jeden Fall mutig, da die Strömung seit Mitte der 80er eigentlich endgültig im Sand verlaufen ist.
Aber gut, lieber sich selbst treu bleiben als mit dem Strom schwimmen. Funky Nashville finden sich selbst übrigens durchaus innovativ, bezeichnen den eigenen Stil als „Highway Groove“. Wäre nicht dieser bittere Beigeschmack der Suggestion männlicher Härte und Coolness, ließe sich Funky Nashville sicher auch einiges Positive abgewinnen. Der Titeltrack „Hitch A Ride“ birgt schon Ohrwurmpotential, auch das instrumentale Stück „El Paso Bound“ ist nett. Man kann die Platte durchaus anhören. Musikalisch ist das zwar keine Höchstleistung, aber Funky Nashville wissen zumindest, wo es lang gehen soll. Dennoch lässt sich das ganze Drumherum nicht ausblenden. Und Ideale, die sich auf das In-den-Himmel-Erheben von Autos, Alkohol und Kippen beschränken, sind ein mehr als schlechtes Aushängeschild für eine Band, die nach Erfolg strebt.











