ie Musik von Nautilus zu beschreiben fällt ausgesprochen schwer. Die erste Rotation legt die Vermutung nahe, dass geschmacksverirrte Nerds im Nachhinein die Lücke zwischen Pink Floyd und Explosions In The Sky füllen und dem ganzen dann noch einen 80s-Einschlag mit Kraftwerk-Sound und Irish-Folk-Anleihen verleihen wollten. Grund für einen Verriss mit dem Zynismus-Hammer? Leider nein – die Platte ist klasse…
Zunächst denkt man ja schon – die Herren haben einen an der Waffel. Zehn Jahre gibt’s die Band schon, dabei sind fünf Alben entstanden. Fünf Alben, die Geschichten von Jules Verne musikalisch verarbeiten. Mir gefällt durchaus das Konzept, zumal Jules Verne wirklich ein visionärer Bursche war, aber besonders sexy ist das natürlich nicht. Da darf man dann doch die Idee begrüßen, dass jetzt eigene Gedanken vertont werden – wenn auch weiterhin ohne Gesang.
Das heißt aber wie bereits angedeutet nicht, dass sich Nautilus an irgendwelchen Trends orientieren. Die Verträumtheit und Sehnsucht, die ja auch Jules Verne nicht ganz uneigen war, bleibt weiterhin Leitmotiv der zwölf Lieder. Das wird dann in den ganz eigenen Stil gegossen, der tatsächlich einer eher etwas antiquierten Ästhetik folgt. Die meisten Songs haben eine sphärische Orgel als Grundlage, die hart an Musik erinnert, die bei zahlreichen 80er-Filmen die Skyline-Aufnahmen von Las Vegas untermalt. Das selten benutzte Schlagzeug erinnert dann auch eher an die Scorpions, und dem E-Gitarren-Sound geht es auch wenig anders. Selbst so uncoole Regenmacher, Kakteen, die von Termiten leergenagt werden, kommen zum Einsatz – ein eindrucksvolleres Statement für musikalische Anachronismen kann ich mir jetzt gerade nicht vorstellen.
Dennoch gelingt es Nautilus mit diesen vermeintlichen Folterinstrumenten, auch auf positive Weise Gänsehaut zu erzeugen. Trotz der Kälte und Distanz in den Tracks, vermitteln sie sehr viel Sehnsucht und Gefühl. „Burning Head“ ist dabei vielleicht der Höhepunkt des Album, bei dem etwas komprimierten als in den epischeren Tracks Akustik-Gitarre und E-Gitarre ein Duett bestreiten, wo auch die E-Gitarre mal mit kraftvoll verzerrten Akkorden etwas Energie freisetzt.
Aber auch die langen elektronischen Stücke wie „Green Was The Colour“ haben ihren Charme. Bei nicht ganz unverbreiteten 80s-Aversionen muss man den zwar erstmal an sich heran lassen, aber dann findet man doch Zutritt in das kleine Paralleluniversum von Nautilus, das seine Geschichten in einer eben etwas eigenen Sprache erzählt. Der Magie der ohne Hast vorgetragenen Melodien, kann man sich spätestens dann nicht mehr entziehen.










