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"Loveheart" von Merz
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"Loveheart" von Merz

onrad Lambert alias Merz ist sicher ein interessanter Mensch. Der Brite, dessen Eltern aus der Mongolei und Long Island stammen, packte nach dem Abitur seine Siebensachen und wanderte durch die Welt. Als sein Debütalbum “Merz” 1999 frenetisch gefeiert wurde, verschwand er in der Versenkung und man kann nur ahnen, unter welchen Umständen “Loveheart” aufgenommen wurde - ein 10 Track-Album, geboren an 12 verschiedenen Orten.

Man hört der Musik durchaus an, dass Conrad Lambert ein interessanter Mensch sein muss. Er bedient sich an einer erquickenden Fülle von Instrumenten, ob elektronischer oder akustischer Natur und verpackt diese in einfachste Songs. Seine Stimme erträgt diese kernige Art erstaunlich gut - so sind nur die Stimmen beschaffen, die uns all das Schöne, Böse, Traurige, Leichte dieser Welt in wenigen Worten beschreiben können. Manchmal denke ich sogar, Lambert könnte mit seinem Landsmann Sting verwandt sein, denn die hohe, reibungsvolle Stimme erinnert gerne an ihn, besonders - ausgerechnet - in “Mentor”.
Man merkt Lambert seine Erfahrung an, die er im Umgang mit Instrumenten verschiedener folkloristischer Prägung gemacht hat. Unglaublich, wie er Akustikgitarren neben Synthesizer stellt, mit Celli und Cembali hantiert und auch die E-Gitarre effektvoll einzusetzen weiß. Melodica, Zitter, Klavier, mal eine an Konnotationen reiche Schiffsglocke - pure Inspiration.
Dabei ist “Loveheart” nicht so sperrig wie sein Vorgänger und deutlich melancholischer. Es beginnt mit Rufen aus dem Nichts (“Postcard from a Dark Star”), verweilt mit Betrachtungen eines Schmetterlings (“Butterfly”) und schenkt sehnsüchtige Utopien (“Warm Cigarette Room”). Die stärkeren Song auf dieser Platte aber, “Some Dangerous Heady Love Scheme”, “Verily” und der Titeltrack “Loveheart” nehmen reine Liebe in die Hand. Ersterer swingt sogar in einem aufgeregten Dreier und inszeniert einen munteren Liebestanz.
So setzt der junge Musiker ein Album in die Welt, das zugleich traurig und hoffnungsvoll ist: Loveheart - “Love, it’s all around. Love, it’s got heart”. Es klingt manchmal etwas zu hölzern um Bestnoten zu bekommen, aber nach einer Gewöhnungsphase bekommt es schonmal das Prädikat: Potenzielles Liebelingsalbum des Jahres.

K. Haller
titel
01 Postcard from a dark star | 02 Dangerous heady love scheme | 03 Verily | 04 My name is sad and at sea | 05 Butterfly | 06 At night I dream your bedroom's crammed with duck's | 07 Warm cigarette room | 08 Mentor | 09 The leaving song (Yorkshire Traction) | 10 Loveheart
Release: 24.02.06 bei Grönland Records
|http://www.groenland.com|
Künstler-Homepage: http://www.merz.co.uk
cover
Bewertung:
5/5