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"Bloom" von Lou Rhodes
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"Bloom" von Lou Rhodes

“ometimes I feel afraid / So wrapped-up in this life day to day / Then some unexpected thing / can start my soul to sing” (greatness in a speck of dust). Lou Rhodes, die Stimme der britischen Trip Hop-Formation Lamb, ist eine Frau mit vielen Gesichtern, mit vielen Facetten, mit vielen Melodien im Herzen und Worten auf den Lippen.

Auf ihrem zweiten Soloalbum „Bloom“ zeigt sie sich als Hochseilakrobatin, präsentiert atemberaubende Kunststücke, kommt aber auch das ein oder andere Mal ins Straucheln. Und fallen könnte sie tief. Schließlich hat sie mit ihrem Solodebüt 2006 die Messlatte selbst sehr hoch gesteckt und schließlich ist das Duo Lamb (zusammen mit Andy Barlow) einer der wichtigsten Trip Hop-Acts nach dem Hype Mitte der 90er gewesen.
Seit Anfang des neuen Jahrtausends geht Lou Rhodes erstmal eigene Wege, unbeschrittenere Wege. Zuerst nimmt sie ein Wohnmobil, packt ihre Kinder ein und reist umher. Kommt irgendwann in einer Kommune an, lässt sich dann doch in asketischer Einsamkeit in einem provinziellen Herrenhaus nieder. All das muss Spuren hinterlassen haben. Lou Rhodes Musik ist fast spirituell. Und irgendwie elfenhaft mutet auch diese zarte, bildhübsche Frau an, als wäre sie nicht real, nicht im Hier und Jetzt. Dabei ist Lou Rhodes bodenständiger als es den Anschein hat. Und während man noch versucht ihre metaphysischen musikalischen Konstrukte zu dechiffrieren, geht es in ihren Songs doch nur um das ganz große Gefühl. Die Liebe. „How could I forget you / When you’re so much a part of me / If love is a prison / Well they can through away the key” (they say). Lou Rhodes scheut nicht die Offenheit, bekennt sich auf unvergleichliche Weise zur Emotionalität und zeigt sich dadurch auch von einer sehr verletzlichen Seite. Die Geschichten, die sie in ihren Songs erzählt, gehen nicht immer gut aus und viel zu oft erklingt ein gellender Schmerzensschrei zwischen den Zeilen.

Nicht nur ihre Texte, sondern auch die Kompositionen sprechen eine deutliche Sprache. Das sind ruhige Songs, so rein und klar und geradlinig wie das Hochseil der Seiltänzerin. Keine elektronischen Schnörkel mehr, sondern folkige Akustik. Der Opener ist noch das dynamischste Stück der Platte, ein vorwärtsdringender Rhythmus, Background-Gesänge. Doch viel öfter gibt es nur Lou Rhodes schöne Altstimme, die Gitarre, mal ein paar Streicher- oder Bläserarrangements. Aber alles ist bewusst schlicht - und im wörtlichsten Sinne des Wortes - ergreifend. Lou Rhodes bewegt sich siegessicher in schwindelnden Höhen, wobei sie jedoch auch des Öfteren dem Abgrund des Kitsches bedrohlich nah kommt: „I know we’ve been hurt before / When love came knocking at the door / But I’ll tell you one thing for sure / I never loved a man like you“ (never loved a man (like you)).
Vielleicht ist „Bloom“ eher etwas für zarte Gemüter, denen dieses Album sicher aus der Seele sprechen wird. Aber auch Aber auch dem rastloseren Typ kann das zweite Soloalbum von Lou Rhodes eine entspannende, ja vielleicht sogar etwas spirituelle Oase sein. Denn zum Verweilen lädt das Album allemal ein.

L. Krutzinna
titel
01 the rain | 02 greatness in a speck of dust | 03 icarus | 04 never loved a man (like you) | 05 all we are | 06 chase all my winters away | 07 this love | 08 they say | 09 sister moon | 10 bloom
Release: 15.02.08 bei A & G Records
|http://www.agrecords.co.uk|
Künstler-Homepage: http://www.lourhodes.com
cover
Bewertung:
4/5