Üer die New Yorker Band We Are Scientists recherchieren ähnelt ein bisschen einem Besuch im Kindergarten um die Ecke. Die drei Endzwanziger machen nämlich den lieben langen Tag reichlich Faxen (wie die Kategorie “advice” auf ihrer Homepage lesenswert beweist). Von einer Band, die sich gegründet haben soll, um den in einer Bierlaune ausgedachten und auf einer Papierserviette festgehaltenen Songtiteln Leben einzuhauchen, kann man das aber auch erwarten. Kann man ihren Zweitling “Brain Thrust Mastery” denn wenigstens ein bisschen ernst nehmen?
Bei all dem Drumrum macht es sogar Spaß, die FAQ einer Fansite zu konsultieren:
”Question: Are the band really scientists?
Answer: No.”
So. Viel mehr wollen wir uns gar nicht mit den Aufmerksamkeit heischenden Stories in der Bandbiografie auseinandersetzen. Obwohl ich mich ernsthaft frage, ob die beiden Köpfe Keith Murray und Chris Cain ihre Karriere wirklich mit einem Lotteriegewinn von 1,4 Millionen Dollar im Rucksack angefangen haben. Wenn die beiden Querköpfe wirklich spekulieren, aufgrund solcher Stories mehr Popularität einzusacken, dann könnten sie wenigstens so konsequent sein und auch ihre Mucke entsprechend “bunt” machen. Aber: Nix da. Ernstgemeinte Dancefloor-Hits erwarten den Hörer, sehr leicht zugänglich und ohne einen großartigen Innovations-Anspruch. Keith formuliert es selbst am Besten: ”Der Sound ähnelt einem Rennwagen, der in eine riesige Torte rast. Es ist aufregend, süß und etwas zermatscht.” Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
“Brain Thrust Mastery” lässt sich also definitiv feiern - stellenweise ist es aber für den Wohnzimmergebrauch deutlich zu seicht. Die Ballade “Spoken For” zieht sich z.B. schon ein wenig in die Länge. Die Band besitzt weder das Talent noch die Qualität, richtig gute Songs zu performen. Aber We Are Scientists machen das mit tierisch guter Laune und einem Gespür für eingängige und tanzbare, eben süß-aufregende Songs wieder einigermaßen wett. Bezeichnend dafür steht der so simple wie schöne Saxophon-Satz im Vers des abschließenden “That’s What Counts”: Da da da, da da da, that’s it. Das ist unbedingt geeignet für Feierlichkeiten jeder Art; wenn ihr euch die CD aber ganz privat für Zuhause anschafft und keine Freunde zum Unterhalten und Abspacken da sind - dann wird’s ziemlich bald ziemlich mau.











