m die Platten aufzuzählen, die Jackson Brownes Diskographie umfasst, braucht man mehr als zwei Hände. Seit mehr als drei Jahrzehnten mischt er die US-amerikanische Singer-Songwriter-Szene auf. Jackson Browne ist ein in die Jahre gekommener langhaariger Papa, der seine Gitarre wahrscheinlich nicht mal zum Schlafen aus der Hand legt. Er half den Eagles auf die Sprünge, erhielt für sein musikalisches Schaffen einen Dr. h.c. vom Occidental College in Los Angeles, kämpft seit Jahren gegen soziale Ungerechtigkeit und beweist sein politisches Engagement u. a. bei No Nukes–Konzerten, auf denen gegen den Miss- und Gebrauch von Kernkraft gesungen wird.
Die Songs von Jackson Browne machen einen ungewöhnlichen Spagat zwischen musikalischer Belanglosigkeit und textlicher Signifikanz. Ähnlich wie bei Simon and Garfunkel, bei Cat Stevens oder Neil Young entsteht der Zauber der Musik nicht durch besonderes kompositorisches Talent, sondern durch einprägsame Melodien und ehrliche Texte. Gerade die Texte sind es, die die Hörerschaft von Jackson Browne zu treuen Anhängern werden lässt. Sie sind verständlich, durchschaubar, aus dem Leben gegriffen. Klar in den 70ern hat man sich auch vielmehr aufgeregt. Man hat protestiert, demonstriert, Gras geraucht – und eben Gitarre gespielt und dazu gesungen. Und bis heute ist so was ein Stück weit zeitlos geblieben: zum einen, weil es die Fans der ersten Stunde immer noch gibt, zum anderen, weil Gitarrengezupfe dank Pfadfindern und Jugendgruppen nicht ausstirbt.
Und für alle, die damals noch nicht dabei sein konnten oder nach vielen Jahren die alten Erinnerungen auffrischen wollen, gibt’s jetzt den zweiten Teil eines Akustik Best Of. Als Folgeveröffentlichung des 2005er Release „Solo Acoustic Vol. 1“ serviert uns Jackson Browne nun weitere Live-Mitschnitte - teils mit Klavier-, teils mit Gitarrenbegleitung, mit viel Klatschen und Jubel des Publikums und mit ein paar witzigen Ansagen.
Für Fans eine nette Sache, für Außenstehende bleibt das Ganze aber nicht richtig nachvollziehbar. Jackson Browne hat zweifelsohne eine schöne Stimme, trotzdem bleibt fragwürdig, ob mit so ein paar ollen Kamellen noch mal Schwung in Jackson Brownes musikalischen Werdegang gebracht werden kann. Seine Fans sind vermutlich in erster Linie Nostalgiker. Die Jugend catcht er hiermit aber wohl leider nicht, was irgendwie schade ist, denn Jackson Browne hat durchaus etwas mitzuteilen, befindet sich mit seinem Engagement gegen atomare Energiegewinnung am Puls der Zeit. Dennoch, ein Hauch von angestaubter Erinnerungsschwelgerei bleibt.










