uilty Simpson ist kein aufstrebendes Talent mehr. Auch wenn „Ode To The Ghetto“ mit 31 Jahren sein Debüt-Album ist, sieht man in dem Typen irgendwie einen fertigen Künstler. Im Detroiter Dilla/Slum Village/D12-Umfeld macht er mit seiner rauen Stimme seit Jahren auf sich aufmerksam.
Alles was man in diesen Jahren der Features und Gast-Tracks von ihm schätzen gelernt hat verdichtet sich nun auf 16 Tracks seines Debüts: Seine gewaltige Stimme, der angenehm ungeschliffene Flow, seine eigene Sichtweise auf die raptypischen Ghetto und Drogen-Themen, seine amüsanten Punchlines und der richtigen Riecher für passende Beats.
Der große J Dilla nannte ihn einen seiner Lieblings-MCs. So war es wohl selbstverständlich, dass die erste Riege der Dilla-beeinflussten Backpacker 2.0 ihre A-List Beats für dieses Album zur Verfügung stellten. Madlib, Oh No, Black Milk – man ahnt wo diese Reise hingeht. Dazu kommen D12s Mr.Porter und Dilated Peoples DJ Babu. Ein großartiges Line-Up. Man wird damit Guilty Simpson zwar nicht gerecht, aber man kann sagen, dass sich allein deswegen das Album schon lohnt. Und wegen der Guilty Simpson/Sean P/Black Milk-Collabo „Run“. Großes Kino. Sean P kündigte vor kurzem in einem Interview an, dass von den drei Jungs ein gemeinsames Album kommen soll. Wenn das so läuft wie hier, wird’s großartig.
Die thematische Bandbreite reicht von Drogen-Storys wie „Footwork“ über Punchline-Feste wie „Kill’Em“ bis hin zu amüsanten weiblichen Stan-Berichten ala „She Won’t Stay At Home“. G’schichten aus dem Paulaner… sorry, Ghetto eben. Allerdings ohne nervig aufgesetzte Attitüden und Images. Man merkt, dass hier Guilty Simpson rappt und kein gesichtsloser 0815-Rapper.
Das Singen der Hooks wie auf „Robbery“ sollte er besser mal lassen, aber darüber kann man wohl locker hinwegsehen.
So ist „Ode To The Ghetto“ einfach ein richtig gutes Rap-Album eines Detroiter Underground-Kings, der sein Handwerk augenscheinlich liebt. Musikalisch wie rap-technisch deluxe. Kann man mal jedem ans Herz legen.










