as Electro-Pop-Duo Junior Boys ist verantwortlich für die sechste Auflage der beliebten Body Language-Serie von Get Physical Music. Mit Minimal-Sympathie und der Fähigkeit leicht antiquierte Disco-Hits wiederzubeleben bieten sie einen Querschnitt der Musik, die sie selbst cool finden.
Dass man von der Body Language-Serie keine Aneinanderreihung animalischer Club-Bretter erwarten darf, weiß man mittlerweile und die Junior Boys setzen diese Tradition fort. Lässt man die Platte in moderater Lautstärke ihre Runden drehen, kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass die 19 Tracks nun doch etwas öde sind. Aber in laut geht’s ab! Die Grundstimmung ist zwar schon ziemlich disco – was ich nicht immer nur geil finde – aber es gibt eben schon auch einige deepere Passagen, unauffällige, aber dennoch groovige Basshooks und Minimal-Tracks, die deutlich mehr Feuer unterm Popo haben, als man es sonst gewohnt ist.
Der Spaß geht los mit einem ziemlich tiefen Griff in die Plattenkiste – „Surfing At Midnight“ von Sorcerer… Den muss man eher diggen als kennen. Der trashige 80ies-Synthie zeigt gleich wo der Hammer hängt: Nämlich als Neon-Leuchtschrift an einer Hochhauswand. Da fühlt man sich bei SuperMayers „Saturndays“ schon sicherer aufgehoben, bei Kompakt ist man dann doch irgendwie immer zuhause. Danach sind wir dann schon mitten auf dem Dancefloor. GPM-Artist Chelonis R. Jones’ Track „Deer In The Headlights“, hier völlig unverwechselbar geremixt von DJ Hell, zeigt, dass nicht nur gekuschelt werden soll. Nach zwei weiteren Techno-Tracks wird’s dann aber doch erneut gemütlich.
Kelley Polars „Rosenband“ lässt hin und wieder gar die Bassline vermissen und versucht stattdessen eher durch Streicher und geloopte Seufzer zu betören – damit man nicht vergisst, dass hier die Junior Boys mixen!
Einen heimlichen Gastauftritt hat ein ehemaliger Junior Boy! Als Stereo Image liefert Johnny Dark den ganz großartigen Track „Dark Chapter“ ab, der ähnlich wie Hot Chip ausgesprochen lebhaft zu quirligen Beats singt. Voll schön, dass die hier den ehemaligen Mitbegründer der Band feiern.
Nicht so schön finde ich das Exclusive der Junior Boys selbst. „No Kinda Man“ ist zwar schon irgendwie ästhetisch komponiert, aber mir zu sehr Pet Shop Boys. Schade, dass gerade dieser Track die längste Spielzeit bekommt.
Das zweite Excklusive kommt von Fost3r und verliert sich in zu experimentellen Industrial-Klängen. Damit kann ich in diesem Rahmen nix anfangen.
Zwar zeigt die sechste Auflage auf ein Neues wie open-minded Get Physical ist und mit dem Engagement der Junior Boys ist das Berliner Label vermutlich abermals einem Trend voraus, mich kicken die fast 70 Minuten allerdings nur an wenigen Stellen wirklich. Worüber man sich aber in jedem Fall freuen kann, sind natürlich die handwerklich fantastischen Mixes und der ein oder andere Track, den man selbst noch nicht kannte.










