ie Medien schreien es von den Dächern: Blood Red Shoes könnten DIE Entdeckung im Jahr 2008 werden. Mein erster Eindruck ihres Debüts “Box Of Secrets” aber war eher von Unaufmerksamkeit geprägt. Weil ich nicht richtig hingehört habe. Ein Fehler.
Zitat:
Blood Red Shoes haben also ganz konsequent gesagt: Wir wollen keinen Bassisten. Und kommen nur mit Gitarre, Schlagzeug und zweimal Gesang auch ganz wunderbar aus. Ihr grunge-getränkter Rock fällt dadurch vielleicht nicht so schnell auf, klingt ein bisschen beiläufig. Die Lyrics bringen die Botschaft so klipp und knapp auf den Punkt als wollten sie Popsongs veredeln. Das ”No no, no no no” im krachenden Opener “Doesn’t Matter Much” gibt da den Stil vor: Wiederholen bitte, und zwar häufig!
Das Faszinierende an dieser Band ist dann auch eher die Attitüde. Schnörkelloser Stil; einfach einen guten Sound mit nur zwei Instrumenten und Stimmen hinkriegen. Laura-Mary Carter hat als Frontfrau auch ohne Designerklamotten Erfolg, stattdessen sieht man die beiden in der Alltagskleidung zweier Rockfans. Ihre Vorbilder sind aber nicht die White Stripes, wie man leichthin vermuten könnte (die beiden Duos haben in ihren musikalischen Wurzeln auch kaum etwas miteinander gemein - vom Blues hört man auf “Box Of Secrets” überhaupt nichts). Stattdessen werden Steven und Laura-Mary nicht müde, Bands der Riot Grrl-Bewegung anzupreisen: Babes In Toyland und Huggy Bear zum Beispiel.
In 2008 klingt das aber nicht mehr so engagiert und wütend wie früher. Blood Red Shoes paaren die Wut mit einer Disco-affinen Lässigkeit. Unlust am Leben in tanzbaren und MTV-kompatiblen Pop-Songs: Die Beiden machen etwas Neues und kriegen das auch noch richtig gut hin. Die “Box Of Secrets” ist alles andere als leer. Aber man muss halt erstmal kramen.











