rouble Over Tokyo bedeutet: Disco, Singing-Songwriting, Mainstream, Pop, Black Music. Klingt unvereinbar? Der Künstler nennt das: Indie-Lectro. Nicht vielen Musikern gelingt der Blick über den Tellerrand. Stilmixe münden allzu schnell in Stillosigkeit. Und was stillos ist, ist kurzlebig; was kurzlebig ist, ist langweilig, schnöde und einfallslos.
Musik wie die von Trouble Over Tokyo ist hingegen stilsicher-eklektisch und wunderbar vielseitig. „Pyramides“ zeigt sich als ein gelungenes Spiel von Täuschung und Enttäuschung. Kaum eine Erwartung, kaum ein Vorurteil des Hörers an die Platte dürfte erfüllt werden. „Pyramides“ könnte es schaffen die heterogensten Musikgeschmäcker an einen Tisch zu bringen. Während es mit gezupfter Gitarre und schwermütigem Gesang losgeht, führt uns Trouble Over Tokyo aka Christopher “Toph” Taylor auf verzweigte musikalische Wege, die von Synthie-Einflüssen, klassischen Klavier- und Streicherarrangements und elektronischen Beats geprägt sind. Dazu mischt sich oft souliger Gesang, der Tonhöhen mehrerer Oktaven umfasst, der mal kraftvoll und energisch ist, dann wiederum in Nummern wie “4,228” oder “Eyes Off Me” zart und zerbrechlich.
Nur ein Mann verbirgt sich hinter diesem musikalischen Projekt. Der Londoner hat dabei nicht nur ganz allein getextet, arrangiert und komponiert, sondern die Platte auch komplett selbst gelayoutet. Toph ist mit Leib und Seele dabei und er scheint irgendwie mehr als fünf Sinne zu haben, durch die er die Welt um sich herum wahrnimmt. Anders lässt sich nicht erklären wie so viele Einflüsse, Ideen, Spielereien die Platte bereichern konnten.
„I hope this album sounds like panic, fear, hope, love, lonliness, honesty, frustration, more fear, and defiance” – so die Schlussworte des Künstlers. Diese Hoffnung dürfte sich erfüllen. Und das wunderbarste ist, dass Toph dabei im Gewand des angepassten Rebellen dem Hörer Musik unterschiebt, die er sonst mit dem Arsch nicht angeguckt hätte. „Pyramides“ ist ein Ironisieren der Musikgeschichte. Und jeder, der sich allzu dogmatisch einem Style verschreibt, darf nun bittesehr diese Platte anhören. Und sich an die eigene Nase fassen.











