as ist Understatement. Nôze feiern die Ästhetik des Hässlichen: Das Duo grunzt, schnauft und brüllt, obwohl es singen kann. Schräges Zeug wird komponiert, obwohl Nôze die Harmonielehre beherrscht. Ein wunderschönes Pianostück wird mit geschmacklosen Technobeats zerfetzt.
Diese Band hat Humor. „Songs on the Rocks“ ist der dritte Longplayer des Duos Nôze alias Nicolas Sfintescu und Ezechiel Pailhes. Keine Ahnung, ob man so wirklich heißen kann. Aber Nôze verkaspern sowieso so ziemlich alles, und am meisten sich selbst. Frei nach dem Motto: Sich auf dem Musikmarkt behaupten will ja jeder, warum sollte man sich dann nicht gleich mit derart schrägem Shit ins Abseits manövrieren. Dort kann man sich schließlich auf der Vermutung ausruhen, sowieso kein Gehör zu finden: Eine Freikarte zur Pietätlosigkeit.
Aber die beiden Franzosen haben mit ihrem verqueren, unangepassten Zeug Erfolg. Vor allem live gibt das Duo Vollgas, albert mit Klavieren, Gitarren, Basslinien, Boogie-Woogie-Rhythmen, Technobeats und Strohhüten herum. Nachdem sie so manchen Discohit aus dem Hut gezaubert haben, setzen Nôze den werten Hörern nun neun Songs vor, die zum Teil richtig gut sind, zum Teil skurril und unmelodiös.
Die Platte ist irgendwie gut, aber lieb haben kann man sie nicht. Tracks wie „Little Bug“ gehören zu den großen Nummern, ähnlich mitreißend ist auch Nummer fünf, in der in fast minimalistischer Manier erklingt: „You have to dance, have to dance, have to dance, you have to drink, have to drink, have to drink all night to remember that you’re a light”. Hervorzuheben ist sicherlich noch der erste komplett französischsprachige Song (“Danse Avec Moi”), dem die (amerikanische!) Sängerin Dani Siciliano ihre Stimme leiht. Nôze sind einfach ein paar Spaßvögel. Leider kennt ihr Humor keine Tabus, was sich darin äußert, dass dem Hörer Klangkompositionen und vor allem gesangliche No Gos zugemutet werden, die das menschliche Ohr nicht verkraften kann. „Childhood Blues“ ist so eine Nummer oder „Slum Girl“ - wenn die Bläser-Arrangements und die bedrohliche Basslinie auch irgendwie gelungen sind, so mag man den Track vom Gesang her gar nicht hören.










