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"Die Seilschaft der Verflixten" von JaKönigJa
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"Die Seilschaft der Verflixten" von JaKönigJa

s ist das fünfte Album des Hamburger Duos JaKönigJa, es trägt den Namen “Die Seilschaft der Verflixten”. Es ist eine Platte, die man am Liebsten mit zwei verschiedenen Ohren hören möchte: Achtet man nur auf die poppige Musik, kommt sie ganz gut weg. Versucht man aber mal etwas vom Inhalt zu verstehen, verdrehen sich die Gehirnwindungen und ein ratloser Blick bleibt zurück.

Verdrehen sich... wie ein Seil! Ein verflixtes scheiß Seil! Allein der Titel der Platte scheint den Hörer schon auszulachen: Was soll den bitte eine “Seilschaft” sein? Und wer sind “die Verflixten”? Ich sag’s gleich vorweg: Eine Antwort werde ich hier und heute nicht geben. Da müsst ihr woanders suchen oder selbst mal nachdenken. Tipp vorweg: Beim Hören der Platte Lexikon bereit halten, um Begriffe wie “Golgatha”, “Balustrade” oder “Baba Jaga” nachschlagen zu können.

Hier geht es verdammt verkopft zu - nicht umsonst hat Dirk von Lowtzow himself die Promo-Info zu “Die Seilschaft der Verflixten” geschrieben. Aber im Gegensatz zu Tocotronic kann man JaKönigJa nicht so easy mit halbgeschlossenen Ohren hören. Da gibt es einige schöne Passagen (wie im instrumentalen Outro), die man einfach gut und gerne Musik sein lässt. An anderen Stellen hört man sich das Gefasel von Ebba Durstewitz und Jakobus Siebels auch verständnislos gern an und denkt sich halt irgendwas dabei. Im Prinzip macht man ja bei der englischsprachigen Popmusik den ganzen Tag nichts anderes. JaKönigJa bereiten dabei mit einer angenehm arrangierten und ehrlich klingenden Vielfalt an Instrumenten Freude.

Manchmal aber trägt Durstewitz’ hölzerne Stimme dieses Kauderwelsch so aufdringlich vor, dass man sich mit dem Schlüsselloch vor den Kopf gestoßen fühlt - dabei rutschen selbst frei assoziierte Deutungen am fischigen Text ab. JaKönigJa spicken ihre pseudo-heile Pop-Welt mit Stolperfallen, wo z.B. überraschende Harmoniewechsel oder schräger Gesang Reibung erzeugen. Das ist teilweise echt stressig.

Da bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder: Platte ausmachen. Oder: Texte abschreiben, Zeile für Zeile durchgehen, nachschlagen. Mit der quälenden Frage im Hinterkopf: Was meint die denn, verflixt noch mal!

K. Haller
titel
01 Die Seilschaft der Verflixten | 02 Du giltst an allen Orten | 03 Ich schände deine Seele (jeden Tag) | 04 Die Herrin der Balustrade | 05 Ach, Golgatha! | 06 Erkenne die Lage | 07 Man könnte es auch anders sehen | 08 Das Problem des dezidierten Geschmacks | 09 Der Schlüssel zu allem | 10 Eine fremde Person | 11 Was noch kein Ende hat | 12 Kann man denn davon leben?
Release: 25.04.08 bei Buback
|http://www.buback.de|
Künstler-Homepage: http://www.jakoenigja.de/
cover
Bewertung:
2/5