ranky Kubrick ist so ein bisschen der Lars Ricken des Raps. Sein Talent kann ihm keiner absprechen und hier und da blitzt auch so eine gewisse unkonstante Genialität auf, aber der große Durchbruch blieb bisher aus. Oder wie er sagt: „Ich bin ein Song weit entfernt vom Hit, ein Hit weit entfernt vom Kies“.
Das Problem ist nur: Entweder KANN er diesen Hit nicht machen, oder er WILL es gar nicht wirklich. Denn DER Franky Kubrick Track – das Ding wofür er immer in Erinnerung bleiben wird ist auch auf „Dramaking“ nicht vertreten.
Vielleicht ist das ganz gut so. Denn es würde nicht passen auf das „Tagebuch eines Träumers“, wie das Album im Untertitel heißt. Mit einem Tagebucheintrag ist noch niemand in die Charts gekommen. Auch wenn man es Franky wünschen würde. Endlich mal. Denn „Dramaking“ ist schon wieder ein wirklich gutes Album. Eine Autobiographie in Reimform. 15 kleine Geschichten aus dem Leben rund um Franky Kubrick. Von großen Gefühlen bis zum leichten Goodlife. „Im Herz“ mit Xavier Naidoo z.B. ist ein Track für seinen Sohn. Wenn man sich dazu das Foto der beiden im Booklet der CD anschaut, kann man nicht anders, als diesen Song zu lieben. Das ist echte Musik, von einem der meint was er da rappt.
Im Gegensatz dazu gibt es angenehm leichte Tracks wie „Meine Melodie“, die man sich beim aktuell geilen Wetter gerne mal auf den iPod zieht. Eine kleine Geschichte über eine Melodie, die sich ihren Weg durch die Stadt bahnt über einen smoothen Beat von Crada gerappt. Sehr cool ist auch der Hoodbericht „Wo ich herkomm“ mit Fetsum über ein Brett von Shuko & Unik, der mal ohne unnötiges Rumgepose und Kalt/Beton/Grau-Phrasen auskommt. Dass er den Namen Kubrick nicht ohne Grund trägt, beweist er auf Tracks wie „Press Rewind“. Eine Geschichte rückwärts so packend zu erzählen, hat schon was filmisches. Aber Franky kann nicht nur erzählen, sondern auch rappen. Wer mit Deutschlands unbestrittenem Flow-Monster Olli Banjo so dermaßen gut mithalten kann wie er auf „Nie wieder weg“, kann oben mitspielen.
Ein paar Tracks können da leider nicht mithalten. Der Sextrack „Was Mann braucht“ mit peinlicher Jonesmann-Hook, ist weder innovativ, witzig noch irgendwie notwendig. Hätte man sich sparen können. Genauso wie der etwas platt geratene „Straßenhit“, solche „Lass den Kopf nicht hängen“-Tracks wurden definitiv schon besser umgesetzt.
Versöhnt werden wir aber mit dem letzten Track „Unsterblich“ über einen Bugi-Beat, raptechnisch wie inhaltlich ein sehr schönes Ding.
Weil es in der Schule und Uni immer verboten ist, zitiere ich hier mal mit Freude Wikipedia: „Authentizität, Kälte, Ehrlichkeit, Realität, Traum, Triebe – dies sind die wohl wichtigsten Schlagworte im Zusammenhang mit Kubricks Werk.“ (Artikel zu Namensvetter Stanley Kubrick) Kälte lassen wir über weite Teile des Albums mal raus, aber sonst passt das. Der große Erfolg wird sich auch mit „Dramaking“ nicht einstellen. Egal – gutes Album!










