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"No Stone Left Unturned" von Rosqo
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"No Stone Left Unturned" von Rosqo

as Schweizer Quartett Rosqo spielt eine intelligente Mischung aus Pop- und Post-Rock. Ihr neues Album “No Stone Left Unturned” haben sie bei Ali Chant (u.a. Gravenhurst, PJ Harvey, Magicrays) in Bristol aufgenommen - eine gute Entscheidung. Aber was gibt die Band aus Lausanne wirklich her?

Da werden wirklich einige Steine umgedreht. “Rival” mauert aus einem simplen Zweiton-Gitarrenlick eine krachende Soundwand. “Superschnitzel” setzt da an, wo “Rival” aufgehört hat und rockt kompakt durch, ohne langweilig zu werden. “Off The Hook” geht ähnlich los wie der Opener, entscheidet sich aber am Ende für die lange Wiederholung eines sehr gut ausgetüftelten Gitarrenriffs. Womit wir auch schon in drei Beispielen die größten Stärken von “No Stone Left Unturned” gefunden hätten: Man spürt, dass Rosqo mit ihrer Spielfreude immer wieder neue Schemata suchen und finden. Und weil sie einfach eine ganze Menge mit ihren Gitarren anstellen können, gelingt das in der Regel auch echt gut.

Rosqos experimentierfreudige Verspieltheit scheint mir fast typisch für Schweizer Bands bei Gentleman Records. Für “Rival” kommen Sprachsamples zum Einsatz, in “Distant” entdeckt der Schlagzeuger das Kücheninventar als Schlagobjekt neu, der hidden track verwurstet den Schlussteil aus “Off The Hook” noch einmal neu. Songtitel wie “Elk Blut” oder “Delivering Coffee Machines” lassen erstmal schmunzeln.

Soweit so gut. Allerdings haut mich nicht jeder Song vom Hocker. “Weird” z.B. ist eine nett aufgezogene Nummer im frühen Mogwai-Stil, die aber ruhig etwas konsequenter laufen könnte. Auch das anschließende “Said”, dass der Stimmung nach wahrscheinlich das gleich lautende “sad” meint, ist eigentlich ganz schön - aber nicht magisch. Da sind Bands wie Mogwai, Gravenhurst oder Elbow definitiv eine Klasse für sich, an die Rosqo noch nicht so ganz rankommen. Ich glaube, dass es an exponierter Stelle an Charisma fehlt: dem Gesang. Der Sänger hält sich irgendwie zu sehr zurück. Dass es mit einer schläfrigen Stimme im breiten Rocksound gut gehen kann, hat Markus Acher bei The Notwist Anfang der 90er gezeigt. Auf einem Niveau, dass ich hier vermisse.

Trotzdem ist “No Stone Left Unturned” eine anspruchsvolle und angenehme Rockplatte, in die man sich mit ihren vielen Wendungen, den intelligent ausformulierten Spannungsbögen und natürlich dem herrlichen Gitarrensound wirklich verlieben kann.

K. Haller
titel
01 Rival | 02 Superschnitzel | 03 Off The Hook | 04 Elk Blut | 05 Weird | 06 Said | 07 Delivering Coffee Machines | 08 Distant | 09 Cellar Door | 10 Aaba | 11 Patience
Release: 24.04.08 bei Gentlemen
|http://www.gentlemen.ch/|
Künstler-Homepage: http://rosqo.ch
cover
Bewertung:
3/5