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"Free-Patri-Ation" von Patrice
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"Free-Patri-Ation" von Patrice

as Wortspiel im Titel dieses Albums ist ein bisschen vertrackt. Die Repatriation war die Bewegung der afro-amerikanischen Sklaven die nach dem Ende der Sklaverei in ihre Heimat zurückkehrten. Streicht man nun „Re“ und ersetzt es durch „Free“ kommt ja so etwas wie die freie Wahl der Heimat raus.


Und die hat Patrice mit „Free-Patri-Ation“ endgültig vollzogen. War seine Debüt LP „Lions“ und sein gefeiertes erstes Album „Ancient Spirit“ noch deutlich vom Reggae geprägt, wandelte sich Patrice im Laufe der Zeit immer mehr zu einem Künstler, der es sich in Mitten guter Musik gemütlich macht. Die Singer/Songwriter Einflüsse wurden schon auf seinem letzten Album „Nile“ sehr deutlich, auf „Free-Patri-Ation“ dominieren sie. Die musikalische Untermalung birgt einen Stilmix aus Soul, Dub, Folk, Reggae und Pop. Das Album wurde in New Jersey aufgenommen und produziert. Diesmal nahm kein geringerer als der dreifache Grammy-Gewinner Commissioner Gordon den gebürtigen Kölner unter seine Fittiche. Zwischen Gordon, der neben KRS-One auch Lauryn Hill, Joss Stone und Alicia Keys produzierte, und Patrice schien der Vibe von Anfang an zu stimmen. Beide sind voll des Lobes übereinander und erwähnen ein außergewöhnliches Arbeitsverhältnis.
Der beste Beweis dafür ist das entstandene Album. „Free-Patri-Ation“ ist ein insgesamt sehr stimmig wirkendes Ding. Die erste Single „Clouds“ ist ein guter Repräsentant für sie angenehm unspektakuläre Schönheit der Produktion. Der spannungsgeladenste Track ist dabei „Dove Of Peace“. Ein Protestsong, der eine sehr friedliche Stimmung ausstrahlt ohne aber der Schlagkraft der Message seine Wirkung zu nehmen. „Praise His Name“ ist im Gegensatz dazu ein kraftvoller, religiöser Song, der vor allem durch seinen sehr präsenten Background-Chor eine Gänsehautkandidat ist. Ein weiteres Highlight ist der schön melancholische Abschluss „Speeding Into The Dark“
Was allerdings fehlt ist eine wirkliche Hymne wie „Everyday Good“ vom „Ancient Spirit“-Album oder ein bisschen dreckigeres Ding wie z.B. „Soulstorm“ von „Nile“. Tracks wie „Justified“ oder „Same ol’ Story“ klingen ein bisschen sehr beliebig und weichgespühlt. Klar passt hier alles zueinander und vielleicht wäre so ein böses Ding dazwischen auch ein wenig fehl am Platz. Aber als Gegenpart zu der ausgelassenen Gute-Laune-Nummer „Appreci-Luv“ hätte ich es ganz cool gefunden.

Trotzdem bleibt „Free-Patri-Ation“ natürlich ein klasse Album. Dass die meisten Kommentare bei Amazon etc. aber in Richtung „super chillig“ und „totales Sommeralbum“ gehen, ist schon ein bisschen bezeichnend. Übrigens: Wem sich die Gelegenheit bietet, sollte Patrice in diesem Sommer live anschauen. Ist immer ein Erlebnis.

M. Schmutzer
titel
01 Clouds | 02 Another One | 03 Dove Of Peace | 04 Is It Me? | 05 Praise His Name | 06 Same Ol' Story feat. Ayo | 07 Justified | 08 He Don't Answer | 09 No Screwface feat. Seun Kuti | 10 Appreci Luv | 11 Do Things To You | 12 Speeding Into The Dark
Release: 23.05.08 bei Supow
|http://www.supow.de/|
Künstler-Homepage: http://www.patriceonline.net
cover
Bewertung:
4/5