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"Letters From The Frontline" von The Rocks
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"Letters From The Frontline" von The Rocks

ost! Ein Päckchen! Schnür es auf, pack es aus! Es lohnt sich! Wer die „Letters from the Frontline“ im Briefkasten findet, schmeißt geradewegs die Mahnung von der GEZ in den Müll, lässt Rechnungen ungeöffnet, sogar die Urlaubspostkarte von dem / der Liebsten wird ungelesen an den Kühlschrank gepinnt: The Rocks schreiben. Aus London. Freshe Songs.

The Rocks sind ein junges, verrücktes Quintett. Sie bewegen sich unausgereift und stilunsicher zwischen 70er Jahre Punk und Strokes-Indie-Pop, zwischen Pettycoat und Glamour, zwischen Kitsch und Rebellion, zwischen Persiflage und Mainstream. Das ist alles und nichts, und wenn sich einfach keine Schublade findet, wo sich so was reinstecken lässt, dann nimmt man einfach den blödesten gemeinsamen Nenner überhaupt: Gitarre. Abgestempelt und ab die Post.

Aber so einfach ist es nicht. Die Gitarre spielt zwar die Hauptrolle und wird ganz traditionell und darüber hinaus souverän von Bass und einem lauten Schlagzeug unterstützt, gesanglich passiert bei dieser Band aber ein bisschen mehr: intonationssicher oder aber inbrünstig daneben! („Screamers“), mal mehrstimmig, auch Damengesang bringt in einigen Songs Abwechslung und darüber hinaus: Screaming! Nicht oft, aber bewusst eingesetzt. „Letters from the Frontline“ ist ein besonderes Debüt. Es ist unangepasst, wild und kompromisslos. Und dabei doch schlicht und einfach. Die Vorbilder der Jungspunde, wie die Libertines oder Art

Brut, schimmern deutlich durch den Sound hindurch. Die Platte ist laut und straight. Nummern wie „Screamers” oder „Kicking the Teeth“ sind tanzbar bis es hell wird. Trotzdem ist sich das Quintett nicht zu schade, ein paar ruhige Nummern mit auf das Album zu nehmen. „Time to Leave“ und „Tearjerker“ – wahrhafte Schnulzen, Streicher, Tasten und Glockenspiel rühren zu Tränen. Auch die erste Single („Heartbreak City“), die wir schon vor der Veröffentlichung von "Letters from the Frontline” hören durften, ist ein Track, der auf Zukünftiges hoffen lässt.

The Rocks werden bestimmt kein Meilenstein der Musikgeschichte, aber das sind Mando Diao oder die Strokes auch nicht. "Letters from the Frontline” ist eine super Platte, die nicht unbedingt für die Ewigkeit gemacht ist, dafür aber für ein breites Publikum – und für den Augenblick.

L. Krutzinna
titel
01 Letter To The Frontline | 02 The Game Is Up | 03 Screamers | 04 Foam | 05 Tearjerker | 06 On The Roof | 07 Kickin The Teeth | 08 Call Out The Changes | 09 Night Of The Long Knives | 10 Out Of The Blue | 11 Time To Leave | 12 Heartbreak City | 13 I Was Dancing In The Lesbian Bar
Release: 30.05.08 bei Weekender Records
|http://www.weekenderrecords.de/|
Künstler-Homepage: http://www.therocks.org.uk/
cover
Bewertung:
4/5