latten aus den Bereichen IDM/Ambient/Experimental klingen (auch wenn die Behauptung etwas verwegen scheint) oft ähnlich. Da darf man schon zufrieden sein, wenn’s sich wie frühe Warp-Werke anhört. Hecq verabschiedet sich mit dem Album „Night Falls“ von diesem Trott – und seinem ursprünglichen Sound.
„Night Falls“ ist leise abgespielt völlig unscheinbar und auch unhörbar, es bleibt überhaupt nichts hängen. Um wirklich eintauchen zu können in die musikalischen Welten des Albums und um seine Dimensionen wahrnehmen zu können, sind entweder Kopfhörer oder hohe Lautstärke angesagt. Anders geht’s nicht. Das liegt auch an der vollständigen Abwesenheit von Beats. In dem minimalistischen Sound breiten sich Klangflächen aus, die behutsam transformiert werden und nur wenige Berührungspunkte haben mit anderen Soundschnipseln.
Ich hab lange gerungen, ob das Wort „Soundscape“ hier treffend ist und tatsächlich liegt es nahe. Denn die Klangflächen klingen wirklich oft wie schwarze Steinwüsten auf weit entfernten eisigen Planeten. Oder H.P. Lovecrafts „Berge des Wahnsinns“.
Beim mehrmaligen Durchhören wird aber deutlich, dass sich hinter den synthetischen kalten Klängen große Emotionen verbergen. Einen Hinweis darauf gibt auch schon ein wenig der Opener „Nightsfalls“, der mit viel Ähnlichkeit zu einem Choral, etwa mit dem leicht angedeuteten einstimmigen Gesang, einen melancholischen, in sich gekehrten Ton anschlägt.
Mit noch deutlicherer Orgel knüpft „Red Sky“ an diese Choral-Ästhetik an und fängt dabei hervorragend die Stimmung zwischen Einsamkeit, Ehrfurcht vor etwas Größerem und christlichem „Mitleiden“ ein.
Auch wenn allen Tracks schon eine große Wehmut und Melancholie inne wohnt, ist es natürlich Quatsch das Album darauf zu reduzieren. Aber es ist auch eine gute Basis zu der man Brüche im Album abgrenzen kann. So fallen dann im fünften Stück „Bending Time“ die regnerisch verhallten Piano-Töne auf. Sie erinnern das erst Mal daran, dass eigentlich hinter der Musik ein Mensch steht. An anderer Stelle finden sich wiederum Maschinengeräusche, die abermals eine ganz neue Tür aufstoßen.
So ergibt sich ein Album, das dunkel, zerbrechlich und melancholisch ist. Ein Album, das einlädt zu entdecken: Die Töne, die Kompositionen, die geradezu perfekten, herausragend produzierten Klangformationen – aber auch ihre Zerstörung und Entartungen, die sich in Glitch-Manier ebenfalls an einigen Stellen finden.
Und trotz aller inhaltlichen Schwierigkeiten bleibt eine unumstößliche Gewissheit. „Night Falls“ ist ein wunderschönes Album.










