ie wirklich krassen Partys werden von Wochenende zu Wochenende immer mehr im Bastard- oder Jumpstyle gerockt. Gute DJs kriegen das beim Mixen hin, aber welche Artists bieten wirklich aus einer Hand das Beste aus Rock, Rap und Electro? Antwort: Die Jungs von Ed Banger Records, die auf dieser Platte ihr fünfjähriges Bestehen feiern!
Die ja nun wirklich nicht so lange Label-Historie von Ed Banger ist echt mal eine Erfolgsgeschichte. Wie von Bionade oder so. Busy P, Manager von Daft Punk, meinte im Jahr 2002 das es mal Zeit für ein geiles Label sei. Ein geiles Label kommt selbst bei gutem Willen nicht ohne geile Künstler aus.
Ein guter Anfang ist da immer, wenn man schon als Labelgründer ein geiler Künstler ist und das ist bei Busy P definitiv der Fall. Da ist es nur richtig, wenn er dann auf diesem Sampler auch die Quasi-Labelhymne „To Protect And Entertain“ beisteuert. Mit straighten Raps von Murs (u.a. Rhymesayers Entertainment), extrem bouncigem, treibendem Beat und der so typischen slow-down-Bridge nach der das Publikum völlig ausrastet, wird hier ziemlich gut in drei Minuten gezeigt, wieso das Label das Wort „Banger“ im Namen trägt.
Geile Künstler sind außerdem Justice, die die Bestseller des Labels sind und hier mit einem Remix von „Stress“ am Start sind. Das ist auch mal nur konsequent die beiden Jungs hier mit einem Remix zu präsentieren, denn auf diesem Weg sind sie bekannt geworden. Und überhaupt haben die alles geremixt, was in der Musikwelt so kreucht (N.E.R.D.) und fleucht (Fatboy Slim). Wider alle Songstruktur-Traditionen cutten die Jungs hier einen technoiden Monstertrack zusammen, der auch über die vollen sechs Minuten ein anspruchsvolles Publikum mehr als beschäftigt.
Uffie als geile Künstlerin zu bezeichnen wäre zwar sachlich auf jeden Fall richtig, aber etwas, ähm despektierlich. Schließlich ist man ja verliebt in die hübscheste Musikerin der Welt. „Robot Oeuf“ mit Beats von Feadz ist ein perfektes Arrangement von komplexen aber absolut feierbaren Instrumentals mit der betörend bis erotischen Stimme von Uffie aka Anna-Catherine Hartley. Nice.
Feadz – der das eigentlich nicht nötig hätte – wird bei seinem „richtigen“ Auftritt noch unterstützt von den aber nun wirklich geilen Verrückten von Spank Rock. Die high-tempo Midi-Tunes mit einer noch schnelleren Bassline (eigentlich ist alles nur schnell und wild) in „Back it up“ sind im Grunde die Defintion von Brainfuck – mit allen physischen Konsequenzen bei Live-Anwendung.
Ein wegen seiner Popularität oft unterschätzter Ed Banger darf natürlich auch nicht fehlen: Mr Oizo, der einfach mal mehr ist als Hosen-Werbung. Vertrackt aber hinreißend, poppig und breakig, funky und verflucht konfus eiert „Minuteman’s Pulse“ durch die Takte.
Ich glaub in diesem Track kann man das Erfolgsrezept von Ed Banger am besten fassen. Bahnbrechende Club-Musik folgt einfach einer anderen Logik als „normale“ Musik. Scheinbare Unvollkommenheit, Unterbrechungen des Flows und eine Dynamik, die sich erst bei höheren Dezibelzahlen entwickelt, bringt bei gekonntem Arrangement ein betrunkenes Publikum einfach mal mehr in Schwung als four-to-the-floor in Endlosschleife.
Auf der Geburtstags-Compilation finden sich natürlich noch eine Menge weiterer geiler Künstler, die alle ihren Teil dazu beigetragen haben, dass das kleine Label aus Paris mit gar nicht mal vielen Releases zu einer wirklich Institution geworden sind, die auch die SZ veranlasst vom „Ed Banger-Sound“ in Abgrenzung zu normaler Clubmucke zu sprechen.
Schlichtes Fazit: 1) Ed Banger soll so weitermachen. 2) Ihr kauft die Platte oder verpasst die Musik der Stunde.










