s gibt Menschen, die können aufgrund einer neurologischen Störung Töne als Farben und Objekte sehen, Synästhesie heißt das. Jimi Hendrix war angeblich so ein Typ. Wobei der da auch ein bisschen mit dem einen oder anderen Mittelchen nachgeholfen haben könnte.
Auf diese sonderbare Begabung beziehen sich N.E.R.D. mit ihrem Titel „Seeing Sounds“. Warum? Keine Ahnung! Irgendwie muss man so ein Album ja nennen und da sind anderen Leuten schon bedeutend dümmere Sachen eingefallen.
Kommen wir zur Musik: „All The Girls Standing In The Line For The Bathroom, All The Girls Standing In The Line For The Bathroom, All The Girls…“ Hammer! “Everyone Nose” heißt die Single eigentlich, auch wenn jeder nur die geniale Ein-Satz-Hook kennt. Der Text ist völlig Banane, aber was willst du über Koks-Girls auch schreiben. Ist ja auch völlig egal, diese wirre Jazz-Rock-Whutever Nummer infiziert jeden. „A hundred dollar bills look - Achoo! Achoo!“ Ja, lyrisch sind das hier übrigens alles keine Meilensteine. Aber deswegen kauft man ja kein N.E.R.D. Album. Man kauft es, weil die Stylerpop als so ziemlich einzige in cool hinkriegen und R&B und Rock in einem Elekromixer zu einem einzigartigem Sound fusionieren. Wenn wie bei „Anti Matter“ über böse verzerrte Gitarren DirtySouth-mäßige Hooklines gelegt werden und dann ein Drum&Bass Beat einsetzt hat man genau den N.E.R.D.-Sound, für den man sie liebt. Die rauszuhörenden Einflüsse reichen von neuen Rockern wie The Hives auf „Windows“ bis zu 60er Soul auf „Sooner Or Later“. Dieses so schön dahinplätschernde Stück wandelt sich in seinen 7 Minuten Laufzeit allerdings noch zu einem verstörenden Bastard mit kreischenden Gitarren und monoton dreschenden Drums über die Pharrell immer wieder den gleichen Satz schreit. Was jetzt ziemlich anstrengend klingt ist im Gegenteil eher gut zu hören. „Seeing Sounds“ ist definitiv kein Album dem man über die ganze Spielzeit konzentriert lauschen muss. Ist so Musik, die man auch gut mal zum Aufräumen und in netter Runde beim Bierchen pumpen kann und die trotzdem bei weitem nicht beliebig ist.
Keine Frage, was Chad Hugo, Pharrell und Shay sich hier auf „Seeing Sounds“ zusammen gebastelt haben ist großartiger Pop der aktueller nicht sein könnte. All The Girls Standing In The Line For The Bathroom, All The Girls Standing In The Line For The Bathroom. Scheiß auf Timbaland.










