ch frag mich, wann der Ercandize auch endlich mal ein richtiges Album veröffentlichen darf. Wenn ich jetzt richtig mitgezählt habe, ist dies Release #5 auf Optik Records mit seinem Namen vorne drauf. Auch „La Haine – Sie nannten ihn Mücke…“ ist wieder „nur“ ein Street-Album.
Dass Ercandize nach Savas der wohl talentierteste Rapper bei Optik Records ist, ist wohl relativ zweifelsfrei (wobei wir abwarten müssen, was Franky Kubrick so liefert). Auch „La Haine“ ist wieder ein durchaus hörenswertes Ding geworden.
Auch wenn die CD nach dem Intro mit den ziemlich clubbigen Tracks „Hoslandlm“ und „Dieser Junge“ startet, zeigt Ercandize auf diesem Release, dass er ein Rapper mit einer großen Bandbreite an Inhalten ist.
Nachdenkliche und berührende Tracks wie „Halt fest (Brief in die Zukunft)“ mit der wunderbaren Cassandra Steen oder „Ghetto im Kopf“ mit Mnemonic und Sera Finale gehen ihm scheinbar genau so leicht über die Lippen wie die üblichen Representer. Zum Beispiel ist „Am Arsch“ mit Savas, Moe und Laki so ein Brett, wie wir es von den Optik-Jungs lieben. Savas ist und bleibt Savas und immer zu schreiben „Savas in Hochform“ ist mir langsam zu albern. Der Mann scheint nur sehr, sehr selten schlechte Tage zu haben. Produziert wurde das Ding übrigens, wie einige andere Tracks auch, von Ercandize selbst. Gute Arbeit!
Ein Track, der trotz einer gewissen Tragik zu amüsieren weiß ist „Miststück“: Wieder ein guter Erc-Beat über den er die Stories von Groupies aus gutem Hause erzählt. Wer so viel Zuneigung von Frauen erhält neigt natürlich auch zu Liedern wie „Gentleman“ mit Lines wie „Man muss ein bisschen rappen können und gut aussehen und diese Frauen werden weich“.
„Oh Yeah“ ist ein Track, der im Gesamtzusammenhang zwar ein bisschen freaky anmutet, doch hab ich nach dem zweiten Durchlauf durchaus Gefallen an dem Ding gefunden. Mit diesem Gute-Laune-Soul-Sample ist der Tag dein Freund.
Das Album „Verbrannte Erde“ soll ja nun tatsächlich bald kommen. Wird auch langsam Zeit. Output hat der gute Erc zwar sowieso schon ohne Ende, aber die Qualität steigert sich von Release zu Release und wenn man sich jetzt noch vorstellt, dass er die richtig guten Dinger fürs Album aufbewahrt hat, kann da eigentlich nicht viel schief gehen.










