ine musikalische Reise quer durch Afrika und Südamerika auf einem purpurnen fluoreszierenden fliegenden Teppich. Trommeln und Jazz, Bläser und Funk, Electro-Schnispel. Und Astro-Eso-70ies-Koketterie. Das hypen wir heute mal nicht.
So shitty dürfte das Album eigentlich gar nicht sein. ESL Music ist einerseits immer ne gute Adresse und die beiden Herren hinter dem Projekt sind auch keine Niemande. Martin Perna aka Ocote Soul Sounds ist Gründungsmitglied von Sharon Jones And The Dap Kings, die zum Beispiel mit Amy Winehouse zusammen spielten (der es immer noch nicht wieder gut geht). Seine Saxophon- und Flöten-Skills haben sich zudem zu so süßen Mäuschen wie Scarlett Johansson herumgesprochen, auf deren Album „Anywhere I Lay My Head“ er bei jedem zweiten Track vertreten war. Adrian Quesada wiederum zockt mit der Latin-Combo Grupo Fantasma, die aussehen wir bolivische Chelsea-Hooligans, und hat auch schon für Prince gearbeitet.
„The Alchemist Manifesto“ ist natürlich durchweg klasse produziert, musikalisch ein Traum, aber es bleiben echt nur zwei Stücke hängen. „El Pascador“ ist das beste Stück. Eine ziemlich verrauschte verraschelte Beatbasis mit mehrstimmigem Gesang und etwas Delay verschwimmt zu einem psychedelischen Mantra. Wenn Glockenspiel und Flöten scheinbar völlig schief aber doch nur einer fremden Klangästhetik folgend einsteigen, ist klar: Der Alchemist hat LSD gemacht.
„El Reja“ ist ein vielseitiges Funk-Stückchen. Schöne Wah-Wah-Gitarren, aufregendes Getrommel auf bestimmt ganz verrückten Instrumenten, und ab und an tiefe, raue Bläsersätze schaffen ein munteres Stück, das Nachdenklichkeit und ausgelassene Fröhlichkeit wunderbar vereinen.
Ja, das war’s dann aber. Der Rest der Stücke – und insgesamt umfasst das Album nur 37 Minuten – nervt jetzt nicht beim hören, aber zieht Rotation um Rotation einfach so vorbei und verbleibt in der gut gemachten Beliebigkeit. Und das ist absolut schade! Das psychedelische (leicht trashige) Artwork und der Titel haben ja eigentlich schon die Erinnerungen an die 70er-Jahre Psychedelik-Hochphase wach gerufen. Es muss ja nicht gleich Sun Ra oder Alice Coltrane sein, aber etwas freejazzige Verrücktheit wäre da doch wünschenswert gewesen. So ist der Rest des Albums leider nur ungefähr so interessant wie das Trommelgeklapper von irgendwelchen Ethno-Deppen auf Stadtfesten in Marburg oder Münster oder so. Wo dann so junge Zahnmediziner-Pärchen stehen und voll berührt sind und nächste Woche unbedingt nen Spanischkurs an der Volkshochschule buchen wollen.
So kann ich dann die Platte leider nur Lesern empfehlen, die planen in der nächsten Zeit eine multikulturelle Lounge-Bar in Berlin-Prenzlberg aufzumachen.










