l Perro Del Mar ist das Projekt der schwedischen Sängerin Sarah Assbring. 2003 hatte sie begonnen, ihre Songs aufzunehmen und per Download und CD-R zu vertreiben. Mittlerweile sind längst größere Labels auf “den Hund des Meeres” aufmerksam geworden – die Musik bemüht sich dennoch weiter um das Prädikat “lo-fi”.
Schon das schlichte Plattencover verrät: Hier ist nicht mit einem Hochglanz-Produkt zu rechnen. Es sieht so sehr nach selbstgemacht aus, dass man eine höhere Bedeutung vermutet. Weißer Hintergrund, unterm Titel prangt ein Heiligenbild, so sieht es jedenfalls aus. Erinnert natürlich einerseits an Assbrings CD-R-Vergangenheit, steht aber auch bezeichnend für die Musik auf “From The Valley To The Stars”.
Die lässt sich nämlich am Besten als Twee-Pop bezeichnen. Ihr wisst schon, das ist quasi die Indie-Pop-Variante vom Punk, mit einfachen Texten zu ebensolchen Melodien. Eine Musik, die idealiter per Homerecording aufgenommen wird. Auch Sarah hat’s zumindest in ihrem eigenen Studio getan (und sich natürlich auch selbst produziert). Der springende Punkt hier ist jetzt: Irgendwie hat man die ganze Zeit das Gefühl, es ginge in den Songs um Religion, Spiritualität usw. – wo vielleicht manch einer sagen würde: Na, das ist doch eher ein Thema für die hohe Kunst. Was natürlich Quatsch ist. Seit Luthers Bibelübersetzung kann sich jeder mit dem Inhalt dieses Buchs auseinandersetzen. Ob man sich die Sterne nun aus dem Tal oder vom höchsten Berg aus ansieht (oder anbetet), macht ja gar keinen Unterschied.
Zumal hier auch nicht rumgealbert wird oder so. Schon der Opener “Jubilee” setzt auf eine zart pulsierende Orgel mit stimmungsvollem Frauenchor im Hintergrund. Assbrings ruhige Wiederholung des einen Wortes “Jubilation” bringt alles auf den Punkt. Obwohl man auch bei den 15 anderen Songs immer wieder an Gospel, Soul und Choral denkt, legt sich “From The Valley To The Stars” aber nicht auf einen Glauben fest. Der Hund des Meeres ist kein Missionar. Im Gegenteil, es wird nicht einmal explizit auf irgendeinen “Gott” verwiesen – das Ganze hat halt nur so einen verdammt sakralen Flair. Durch die Auswahl der Instrumente, durch die Anleihen an Gospel & Co., durch die Themen (schaut euch nur mal die Songtitel an) und natürlich durch den Engel auf dem Cover.
Vorgetragen wird das durch eine sanfte, scheinbar flüsternde Frauenstimme, der man wirklich gern zuhört. Ich hab’ gleich an Azure Ray denken müssen. Die schweren Instrumente (wie Orgel) und Themen belegen den leichten Pop mit einem unerhörten Glanz. Die meist kurzen Songs scheren sich nicht um die üblichen Formeln des Songaufbaus – sie wurden bewusst unkompakt und damit zeitlos gestaltet.
Ein schönes Album, um an einem lauen Sommerabend einen wehmütigen Blick auf die Sterne zu werfen und mit einer vertrauten Person über Gott und die Welt zu reden. Man muss kein Experte für laue Sommerabende, für Gott oder für die Welt sein, um das tun zu können.











