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"Conor Oberst" von Conor Oberst
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"Conor Oberst" von Conor Oberst

onor Oberst, der alte Chiller. Fläzt er sich erstmal in eine Hängematte. Immerhin geht der junge Querulant jetzt auch schon mal auf die 30 zu und lässt es etwas ruhiger angehen. Und er emanzipiert sich von dem Bright Eyes-Klischee und veröffentlicht nach 13-jähriger Pause mal wieder ein Solo-Ding.

Moment? 13-jährige Pause? Was hat man denn, wenn man 28 ist, vor einer 13-jährigen Pause gemacht? Bei Conor Oberst kann die Antwort nur heißen: Musik. In diversen Projekten, diversen Formationen. Anstatt was Ordentliches zu machen, gründet er mit seinem Bruder lieber das Saddle Creek Label. Als er 13 ist. Und so jung der Herr auch ist – umso mehr seiner Gesichter zeigt er nach und nach. Die low budget Bright Eyes-Frühphase ist langsam zu Ende, zuletzt hat er sich dann auf „Cassadaga“ ein ganzes Orchester Untertan gemacht; soulige Gaststimmen dazu gemischt; immer mehr Brücken geschlagen, sowohl zur altbewährten Tradition, zum Country und Folk, als auch zur ungewissen elektronischen Zukunft.

Für die Soloplatte dachte er sich nun etwas besonders Lustiges aus: Man gründet die Mystic Valley Band, ausgerechnet an einem Ort, der in Mexiko zu den Pueblo Mágico gehört, den magischen Orten. Tepoztlán liegt hoch in den Bergen und ist berühmt für seine aztekische Tradition. Hier richtet sich Conor Oberst ein kleines provisorisches Tonstudio ein und produziert ruckzuck zwölf Songs in zwei Monaten. Das hat schon etwas Märchenhaftes. Mysteriös sind auch die Songs an sich. Nicht unbedingt spirituell oder so. Der Tapetenwechsel erlaubt ganz einfach eine krude Mischung von Themen und Sounds: bestes Beispiel ist wohl „I don’t want to die (in the hospital)“, das im exzessiven Rock’n’Roll-Style von den letzten Lebenstagen erzählt.

Verzweiflung, Lebensverdruss, Liebe sind die Themen, die für Conor Oberst wohl nie erschöpft sein werden. Das wird in „Lenders in the temple“ so deutlich wie in „Milk Thistle“ – wie das Cover aber verrät, geht Conor diesmal sehr gechillt mit allem um. Diese Platte vereint kosmopolitische Weitsicht mit individuell-emotionaler Betriebsblindheit. Wenn auch nichts radikal Neues, dann zumindest schön gemacht, abwechslungsreich und irgendwie aus einem Guss.

L. Krutzinna
titel
01 Cape Canaveral | 02 Sausalito | 03 Get-Well-Cards | 04 Lenders In The Temple | 05 Danny Callahan | 06 I Don’t Want To Die (In The Hospital) | 07 Eagle On A Pole | 08 Moab | 09 NYC – Gone, Gone | 10 Valle Místico (Ruben's Song) | 11 Souled Out!!! | 12 Milk Thistle
Release: 01.08.08 bei Cooperative Music
|http://cooperativemusic.de|
Künstler-Homepage: http://www.conoroberst.com/
cover
Bewertung:
4/5