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"Don't Pretend That You Know Me" von The Mojomatics
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"Don't Pretend That You Know Me" von The Mojomatics

ch fühle mich heiß, aber so was von heiß, wenn ich diese CD höre. The Mojomatics spielen, als hätten sie mit einer Zeitreise 50 Jahre im Sprung genommen, und dazu noch den Weg aus den Südstaaten nach Italien. Bluesrock, Hillbilly-Kram und so, will hier mal gar nicht den Musikkenner raushängen lassen. Der Mojo-Sound ist eh 2008.

Und das Erstaunlichste kommt erst noch: The Mojomatics bestehen nur aus zwei Personen! Einmal Schlagzeug, einmal Gitarre & Gesang. Wer mit der Basis über 30 Minuten unterhalten kann, ohne eine Spur von Langeweile aufkommen zu lassen – der muss definitiv etwas drauf haben. Der Opener “Wait A While” zeigt schon den Weg: Straight nach vorne, mehr Zeit fressen, nicht nach links oder rechts gucken. Die charakteristischen Schlagzeug-Wirbel fressen sich schnell im Gehör fest, aber Off-Beat-Geknüppel spült alles wieder frei. Die Gitarre verlässt sich wahrlich nicht auf Riffs, beherrscht vor allem die durchgeschlagenen Akkorde – und das mit einem frohlockend lockeren Anschlag.

Weiter geht es mit “Miss Me When I’m Gone”, das mit den Mundharmonika-Passagen und dem halbgerufenen Sprechgesang ein ordentliches Schlammbad im Blues nimmt. Auch die folgenden Lieder greifen liebend gern Techniken, Harmonien und andere Eigenarten der Bluesmusik auf. Liebend, liebevoll. Kennerhaft. Durchgeknallt auf eine gewisse Art und Weise, vor der man Respekt hat. Die Vergleiche fallen folgerichtig schwer – die White Stripes aus den USA klingen irgendwie schmutziger, die Blood Red Shoes aus UK dann wieder aktueller. The Mojomatics aus Italien haben einen eigenen Sound. Den verpacken sie dann so kompakt wie möglich – kaum ein Lied schafft die 3-Minuten-Marke. Auch zwischen den Songs lassen sie keine Pause zum Luftholen.

“Don’t Pretend That You Know Me” ist somit kein komplettes Album und lässt sich nicht beliebig oft anhören (zumindest ohne an Wassermangel zu sterben). Besser kommt diese Power, wenn man sie auf dem iPod-Shuffle nur in kleinen Häppchen zu sich nimmt. Dann aber kann der Endorphinspiegel immer wieder aufs neue steigen, während die Sitznachbarn im Zug sich über mein fettes Grinsen wundern.

K. Haller
titel
01 Wait A While | 02 Miss Me When I'm Gone | 03 Clean My Sins | 04 Askin' For A better Circumstance | 05 You Are Not Me (Fortunately) | 06 Complicate My Life | 07 Stars Above | 08 She Loves | 09 Losin' Time | 10 Down My Spine | 11 Hole In My Heart | 12 Winter Got No Eyes
Release: 09.05.08 bei Ghost Records
|http://www.ghostrecords.it/|
Künstler-Homepage: http://www.mojomatics.com/
cover
Bewertung:
4/5