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"Free Your Mind And Win A Pony" von Golden Animals
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"Free Your Mind And Win A Pony" von Golden Animals

nter dem scheinbaren Motto „Lass mal das Album in fünf Minuten mixen und einfach gar nicht mastern“ hat das Duo Golden Animals ein unverschämt geiles psychedelic 60ies-Rock-Revivel gefeiert. Dabei funktioniert die Musik ähnlich fröhlich, unbefangen und assoziativ wie der Titel: „Free Your Mind And Win A Pony“.

Im Grunde klingt der Sound wirklich wie nach 3 Pitchern mit Bourbon, Bier und LSD: Alle Instrumente sind ziemlich genau gleich laut im Ausgangspegel. Wenn Linda dann aber gerade etwas wildere Action auf ihrem alten Marching Band Drumset macht, die Strings aber nur gepickt werden, ist die Gitarre dann halt auch mal praktisch weg. Und während die Mitten noch ziemlich präsent sind, klirren die Höhen und die Tiefen sind bei den Gitarren im Schlagzeugsolo. So klingen in etwa kaputte Mikros. Da darf man gerne denke, dass das bei den Vorstadtbands auch nicht viel anders ist, aber so ganz trifft es das nicht.

Dafür ist nämlich Tommy Eisner viel zu geil. Sein Gesang bewegt sich mit riesiger Sicherheit zwischen den frühen Rolling Stones und dreckigem weißen Blues, meinetwegen von Chris Rea und führt mit gigantischer Präsenz durch die Stücke. Auch sein Gitarrenspiel ist extrem dominant, weil es völlig unberechenbar ist. Es scheint fast, als würde seine häufig mit rougher Distortion oder schläfrigen Flangern beladene Klampfe ein totales Eigenleben führen.

Dennoch wohnt tatsächlich dem Album eine kaum greifbare Magie inne. Die hängt wohl tatsächlich mit der Entstehung des Albums zusammen. Während einer Europareise wurde den beiden von einer selbsternannten Wahrsagerin ihr Schicksal relativ ungefragt vom Nachbartisch in einem Café herüber prophezeit (kein Scheiß). Darauf gingen die beiden nach Brooklyn um von dort gleich weiter in die kalifornische Wüste zu pilgern, wo sie ein krasses Einsiedlerleben fernab jeder Zivilisation (manchmal fuhr ein Zug am Horizont vorbei) führten. Inmitten der scheißheißen Wüste entstand dann dieses Album. Natürlich kann man die Platte ziemlich deutlich in die 60ies Rock’n’Roll einsortieren, aber ansonsten merkt man in jedem Ton, dass „Free Your Mind And Win A Pony“ außerhalb aller Gitarrenmusikentwicklungen und ganz allein für sich steht. Daraus ergibt sich dann bei aller Retro-Soundästhetik eine herrliche Frische und Dynamik, weil da niemandem nachgeeifert wird. Die elf Tracks waren in den beiden Menschen drin und sie haben sie in dieser Wüste allein und für sich aus sich herausgeholt.
Auch wenn dieser Vergleich wahrscheinlich von jedem verkackten Redakteur bemüht wird: Es gibt schon Ähnlichkeiten zu den White Stripes. Duo halt, eigener Kosmos, aber eben echt mal die Tatsache, dass sie es zu zweit schaffen vermeintlich altbackene Rockmusik zu machen, zu der man aber wenn man will mindestens so herrlich tanzen kann, wie zu sämtlichen englischen Rockbuben zusammen. Dabei kann man sich die Musik aber genauso gut in einer TittyTwister-Truckerkneipe vorstellen, im New Yorker Blue Note oder auf der Straße beim Art Festival im irischen Galway. Buy this disc and win a pony!

S. Krutzinna
titel
01 The Steady Roller | 02 Queen Mary(The Flop) | 03 Ride Easy | 04 Try On Me | 05 My My My | 06 Follow Me Down | 07 Turn You Round(Don't Let Nobody) | 08 My Friend Bill | 09 I Want You To Come | 10 Alice | 11 Darkness & Light
Release: 04.08.08 bei Melodic
|http://www.melodic.co.uk|
Künstler-Homepage: http://www.myspace.com/goldenanimals
cover
Bewertung:
4/5