ack Johnsons Surfkumpel G. Love ist halt einfach everyone’s darling. Ein hübsches Kerlchen (nur in akzeptablem Maße verlebt), musikalisch krass vielseitig und dann noch politisch ambitioniert ohne dass man andächtig, empört oder genervt sein muss. „Superhero Brother“ surft auf einer denkbar großen Welle, nämlich der amerikanischen Musikgeschichte der letzten 50 Jahre.
Schon ein bisschen mutig „Musikgeschichte“ in einen Teaser zu schreiben, hm? Naja, von den Brushfire Records-Jungs ist man es ja gewöhnt, dass alles was die anpacken, ungefähr so anstrengend ist wie am Strand rumliegen und Caipirinha schleckern. Und das geht auch hier erwartungsgemäß laid back zur Sache. Dabei ist das Album, das textlich über weite Strecken entschieden politisch ist und durchaus als Abgesang auf die Bush-Ära verstanden werden kann, gleichzeitig eine Ehrung der musikalischen Weltmacht USA.
Der Opener „Communication“ zeigt bereits was da alles zusammenkommt. E-Gitarre aus der Rocksteinzeit trifft auf bluesiges Piano und Sprechgesang bis schließlich alles in buntem Pop zusammenfließt – was dann wiederum klingt wie Ben Folds meets Meat und G. Loaf (war nicht witzig?). Geht aber noch weiter. „What We Need“ beginnt mit Beatboxing und endet mit RHCP-Funkrock, nicht ohne unter Einsatz von Mundharmonika und Gitarrensolo dem erfrischenden Blues die Treue zu halten. Und was wäre eine musikalische USA-Reise ohne Soul? Eben. In „Crumble“ werden Kontrabass und Träumerei-Pianogeklimer ausgebuddelt und an den Surfstrand geschleppt. Aber wie kann das etwas zusammenpassen wie Tracks wie „Wiggle Worm“, das klingt wie Son Of Dave in NY-Harlem. G. Love: „Wir bringen aber definitiv eine Menge musikalische Richtungen zusammen. Um sie auch zusammen zu halten, konzentrieren wir uns stark auf die Elemente, die uns schon immer auszeichneten: unsere untrüglich funkenden Backbeats.“
Ja. Recht hat er. „Superhero Brother“ sind nicht nur 12 Kapitel amerikanische Musikgeschichte, sondern auch 12 Gründe...
- Clueso nicht zu kaufen
- USA auch manchmal gut zu finden
- mit Surfen anzufangen
- in Zukunft zu sagen, dass Jack Johnson der Surfkumpel von G.Love ist und nicht umgekehrt










