oppla, diese Platte droht unterschätzt zu werden. Klingt nämlich soweit alles wie schon mal da gewesen. Nordeuropäisch, noisy, nichtssagend. Ist aber nicht so! Zwar sind Sahara Hotnights tatsächlich schon mal da gewesen, sogar schon drei Mal, aber nicht mit dem Allerweltsgesicht von 150 anderen skandinavischen Indie-Bands.
Die vierte Platte also von einer Kappelle, die hierzulande noch kaum jemand kennt, aber zu den Favorites der Foo Fighters gehört. Bei denen durften Sahara Hotnights auch schon mal im Vorprogramm spielen. Der musikalische Werdegang der Band ist straight: Mit Punkrock hat es angefangen, bei moderatem Poppunk sind die vier hübschen Damen jetzt angelangt.
Wir hier im restlichen Europa haben es mit der Bewertung leicht. "What if leaving is a loving thing” ist in Schweden schon ein gutes Jahr draußen, führt seitdem die Verkaufscharts an, liefert die beiden meist gespielten Radio-Singles und heimst Platin ein. Können die da so falsch liegen? Nein! Es gibt vielleicht musikalisch interessantere Bands. Sahara Hotnights locken aber mit Kuhglocken, Piano und Saxophon aus dem Genre raus, was zu holen ist. Wenn sich Radio-Mainstream so anhört, dann ist Mainstream super!
Schön auch, dass Sahara Hotnights keine typische Party-Band ist, auch wenn die beiden Single-Auskopplungen so etwas vermuten lassen. Auf "What if leaving is a loving thing” finden auch ernstere Klänge und Themen Platz. Textfetzen wie „You are no longer my business“ („The loneliest city of all”) spielen deutlich auf Schattenseiten des Lebens an. Das Quartett überzeugt durch Aufrichtigkeit. Und so verklingt auch der letzte Song der Platte mit den Worten: “If anyone matters it’s you”.










