immt man die Single „Chega de Saudad“, von Joao Gilberto 1958 veröffentlicht, wie allgemein anerkannt, als Startpunkt, wird das Genre Bossa Nova dieses Jahr 50 Jahre alt. Seitdem hat die Bewegung die Welt erobert, sich ständig weiterentwickelt und findet mit Leuten wie Vanessa da Mata nach wie vor begeisterte Interpreten.
Die Brasilectro-Reihe hat eine ganze Generation von Lounge-Rumhängern und Cocktail-Schlürfern mit ihren Bossa Nova-Anleihen beschallt. Sergio Mendes bringt die Bossa Nova zu Will.I.Am. Die Labels Verve und Blue Note lassen ihre Bossa Nova Perlen fleißig remixen. Künstler wie Bebel Gilberto, Koop oder eben Vanessa da Mata entwickeln den Sound ständig weiter und ergänzen ihn respektvoll mit Electro und Pop. Die Bossa Nova ist ein Musik gewordenes Motto. „Bossa Nova“ heißt soviel wie „Neuer Trend“. Es geht immer weiter.
Noch immer hat die Musik das Potential für ganz große Erfolge. „Essa boneca tem manual“, das Vorgängeralbum von „Sim“ erreichte Platin-Status in Brasilien und Portugal und auch die aktuelle Single von da Mata „Boa Sorte – Good Luck“ mit Ben Harper ist ein Riesenhit in den verschiedensten Teilen der Welt.
Es ist auch ein wirklich schönes Lied. Zusammen mit dem amerikanischen Sänger komponierte sie das Lied der Legende nach wohl mehr oder weniger übers Telefon. Geschadet hat das nicht. Dieser leicht melancholische und trotzdem beschwingte Song über ein getrenntes Pärchen, das sich viel Glück wünscht, hätte ich gerne auch in Deutschland auf Platz 1 der Charts. Wunschdenken. Aber man wird ja…
Generell ist dies das erste Album von Vanessa da Marta, das regulär in Deutschland vertrieben wird. Nicht nur deswegen sollte man der Dame eine Chance geben. Das Album ist ein ziemlich zeitloses Stück mit angenehmer Atmosphäre. Positiv fallen auch die Reggae-beeinflussten Tracks wie „Ilegias“ auf. Die Kombination des karibischen Grooves mit der wunderschönen portugiesischen Sprache ist neu und cool. Seit je her scheint diese Musik es da Mata angetan zu haben. So tourte sie schon als junges Mädchen mit der jamaikanischen Roots Reggae Band Black Uhuru und nahm auch für „Sim“ Lieder mit dem legendären Produzenten-Duo Sly & Robbie auf.
„Sim“ heißt schlicht „Ja“. Ein durchaus passender Titel für dieses positive und leichte Werk. Vanessa da Mata entwindet sich der Fahrstuhlmusikfalle geschickt durch den spannenden Facettenreichtum ihres Bossa Nova-Entwurfes. Gutes Album, auch wenn der Sommer bald leider schon wieder vorbei ist.










