wei Kavaliere. Zwei. Klingt eher, als würde da ein einziges verwachsenes Ungetüm am Straßenrand stehen und gleichzeitig Schlagzeug, Gitarre, Mundharmonika und Gesang bedienen. - Es ist heiß und staubig heute in San Francisco, wahrscheinlich ersetzen Smog und anderer urbaner Dreck den guten alten Wüstenstaub. Anstatt des vom Wind durch die leeren Straßen gepusteten Dornenbusches darf auch die anonyme Masse an Menschen herhalten, die schwitzend und so nichts sagend durch die Straßen eilt. Unser Monstrum steht immer noch am Straßenrand und spielt. Keiner hört es, da kotzt es sich eben ein wenig lauter aus.
Und was es nach einem Intro mit allen Insignien des Westerns loslässt, ist auch in seiner Brachialität nicht von schlechten Eltern. Da haut dir eine Stimme ins Ohr, die auch allein schon das Zuhören wert wäre. Wahrscheinlich hat unser Freund ganz unten angefangen und konnte sich seine Instrumente erst nach den ersten Einnahmen durch gesangliche Darbietungen kaufen.
Ist auch ganz gut so - da konzentriert er sich nämlich aufs Wesentliche. Mehr als vier Arme und Beine werden uns nur sporadisch geboten, mal stimmt eine Mundharmonika zum kratzigen Duett mit ein, mal bläst ein Cello ein paar Späne dazu. Ein Kraftakt ist diese Hobelei, die die Musik produziert.
“My death is short, my breath is you. So please come down and take my hand, my last demand. And lead me to some slender rest, but please dismiss what I confess” (Some Slender Rest)
Und so erzählt uns das Biest vom Gefängnis, von der guten alten Zeit und natürlich von den Mittagspausen. Mittlerweile steht es auch mal auf größeren Bühnen, z.B. beim Hurricane Festival. Ich kann es mir dort nicht so recht vorstellen, mit offenem Instrumentenkoffer voller Pennies und mit allen Western-Whiskeys gewaschener Stimme. Was wohl passiert, wenn tausend offene Ohren ihm entgegen starren?
Na - der Promotext sagt, es handle sich hier wirklich um zwei Personen. Einmal Schlagzeug, einmal Gitarre/Gesang. So wie die beiden Kavaliere Tempoveränderungen drauf haben, mag ich das eben kaum glauben. Und: Neun-Minuten-Songs werden auf einmal radioreif, mit ganz breitem Songwriting. Könnte mich nicht erinnern, ob ich seit Nick Cave schonmal so langen Songs bis zum Schluss zugehört habe.
Also, das nächste Saddle Creek-Release ist da und es passt hervorragend zu dem Label aus Omaha, Nebraska. Es ist der Zweitling von Two Gallants und er wird an einigen Stellen irgendwann nervig. Die haben sich viel vorgenommen und spucken auch eine knappe Stunde beachtenswerte Musik, aber irgendwann nervt die Konstellation, da verkrampfen sich die Songs, man dreht leiser... Das Ding hat echt auch seinen schlechten Momente! So spielen die Beiden bei den Sommerfestivals noch zu den wärmeren Uhrzeiten, vielleicht sogar mal in der prallen Mittagssonne - was sogar passen könnte.











