reunde von Industrial und Experimental Music dürfen im Jahr ein paar Mal mehr Weihnachten feiern. Immer dann, wenn Hymen Records ein neues Release hervorzaubert. Die kleine Schwester des bedeutenden Labels Ant Zen beschert uns nun ein besonders schönes Präsent. „ãvutmã“ heißt das Ding, sein Schöpfer nebulo – IDM/Ambient vom Feinsten!
Der Franzose Thomas Pujols, der sich hinter dem mystischen nebulo verbirgt, veröffentlichte bereits vor zwei Jahren sein Debüt. Nachdem „kolia“ die Messlatte schon ordentlich hoch gesteckt hat und in der Magagin-Redaktion als Sahneschnitte der 2006er-Experimental-Releases geahndet wurde, darf man nun sehr gespannt sein, ob „ãvutmã“ seinem Vorgänger das Wasser reichen kann.
Es kann. Nebulös wie das Pseudonym verspricht, ist auch diese Platte: verwunschen, surreal, rätselhaft, ein bisschen unheimlich. Neben einem ausgewogenen Maß synthetischer Klänge und Beats scheut nebulo aber auch nicht die echten Instrumente. Klavier und Orgel, Glockenspiel und sogar eine E-Gitarre liefern einige Überraschungseffekte - so in Track 9. Da donnert es plötzlich brachial los, mit Trommeln und allem. Dann entfaltet sich ein zartes Elektro-Gefrickel minimalistisch vor sich hin. Assoziationen in allen Farben und Formen.
Bedeutsam ist auch, dass die Einheit „Track“ für Herrn Pujols offensichtlich eine zu grobe Unterteilung ist, sodass einige Songs nochmals gesplittet werden, um auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu kommen. „ãvutmã“ ist wie ein Mosaik, das erst in einzelne winzige Steinchen zersetzt wird, um daraus dann als Gesamtkunstwerk zu erstrahlen.
nebulo hat diese Aufgabe mit Perfektion bewältigt. „ãvutmã“ bedeutet im Türkischen so etwas wie Zuspruch oder Trösten. Diese Platte vermag bestimmt ein treuer Freund zu werden: unterhaltsam und aufrichtig. Ein prima Begleiter und so komplex und synästhetisch wie Filmmusik, zu der man keinen Film mehr braucht.










