„olorit“ ist eine poppige Gefühlslandschaft. Das Album ist aber keine knallig bunte Pop Art, sondern wird vielmehr in Pastelltönen gehalten. Was das Ein-Mann-Projekt „Landscape Izuma“ vorlegt, ist vorsichtig und ein bisschen blass, in erster Linie aber viel zu perfekt durchkomponiert und produziert.
Vielleicht liegt es daran, dass Georg Tran Lap Vinh sich gegen die Band und für das Allein-Durchwurschteln entschieden hat. So geht alles Hand in Hand: Gitarrengezupfe, erste und zweite Stimme, hier ein elektronisch-mystisches Knistern, da ein verzerrtes Quietschen. Wie ein Puzzle fügt sich eins ins andere. Das setzt viel musikalisches Verständnis voraus; leider wird mit allen abgeschliffenen Ecken und Kanten aber auch die Eigentümlichkeit aus jedem einzelnen Song verbannt. Ein paar Nummern treten durchaus positiv hervor, „11502Anywhere“ oder „Rough Sheets“ zum Beispiel. Gerade letzteres überzeugt durch interessante Rhythmen und ¾-Takt. Trotzdem bleiben unterm Strich knapp 38 Minuten Lebensverdruss in Moll.
Man kennt so was schon von „Turner“ oder „Merz“, zuletzt vielleicht sogar von „Get Well Soon“: Deren Platten interessieren sich ein kleines bisschen mehr für die Nachtseite des Lebens. Nachtseite wird schließlich auch gern gleichgesetzt mit Tiefgang. Dennoch bleibt bei eben diesen Künstlern noch ein bisschen Unausdeutbarkeit, wenn „Landscape Izuma“ vom Muster seiner Kinder-Bettdecke erzählt.
Die Platte ist gut, musikalisch niveauvoll, aber schlicht zu glatt und unspontan. „Kolorit“ erscheint bei dem österreichischen Label Siluh, betrieben von keiner geringeren Prominenz als Robert Stadlober. Da werden die Künstler eigentlich ganz sorgfältig ausgewählt und behütet. Der vietnamesischstämmige Österreicher Georg Tran Lap Vinh ist vielleicht ein bisschen zu sehr umtüdert worden und hat im Verlauf des langen Schaffensprozesses für diese Platte den Blick fürs Wesentliche verloren.










