”ch klaub ja nicht daran, dass man jemandem sein Herz klauen kann”. Süße Schlagerromantik gibt die Erfurter Band Chapeau Claque auf ihrem zweiten Album “Fabelweiss” zum Besten. Verkauft wird die Musik – wie bei ihren Vorbildern von Mia. – als Elektropop.
Bands mit der Besetzung männliche Band/weibliche Sängerin haben es bei mir eh immer schwer. Besetzen sich solche Bands eigentlich ausschließlich aus optischen Gründen? Jedenfalls treten auch Chapeau Claque mit dem Modell Diva vorne, männlicher Harem dahinter voll in die Scheiße. Catchy sind sie zwar, die 13 Lieder auf “Fabelweiss”. Ihrer grenzenlosen Oberflächlichkeit tut das aber keinen Abbruch. Vor ein stellenweise durchaus ansprechendes Gewand aus Clicks & Cuts gedrängelt versprüht Sängerin und Songwriterin Maria Antonia Schmidt soviel Faszination wie ein Kaugummi der Marke HubbaBubba.
Schmidts Texte biedern sich mit ihren tierischen Protagonisten bei den Naturlyrik-Exkursen der späten Hamburger Schule an, landen aber lediglich im Kinderbuch-Pop. Wenigstens schafft sie es, mich mit dem Song “Unsere Liebe - ein Storch” zum Schmunzeln zu bringen. Ehrlich gesagt lache ich mir sogar das Zwerchfell in den Magen. Affektierte Stimme, Chormädchen-Pathos: ”Unsere Liebe ist wie ein Storch / der im Spätsommer sein Nest verlässt / Mit etwas Klück kehrt er im Frühjahr zurück”. Das ist der Refrain und sie singt ihn immer und immer wieder.
Im Endeffekt ist das durchaus vergleichbar mit Mia.; Schmidts Vorbild heißt Mieze Katz. Und genau wie bei dem Quintett aus Berlin hört man zwischendurch angetan hin, sei es, weil die Band ein schönes Intro spielt oder weil das Songwriting eine überraschende Wendung geschafft hat. Im nächsten Moment checkts man dann wieder: Das ist purer Zucker. Da gibt es keine Details zu erschmecken, keine Zeilen zum auf der Zunge zergehen lassen, keine Lücken, die man mit seinen eigenen Vorstellungen ausstaffieren dürfte. Wer will sich davon schon ernähren.











