obin Thicke ist so ein bisschen Schwiegermutters Liebling unter den heutigen R&B Stars. Er ist weiß, trägt gut geschnittene Anzüge, hat ein freundliches Gesicht und macht schöne Musik. Außerdem hampelt er nicht so komisch auf der Bühne rum.
Man macht es sich allerdings ein bisschen einfach, darin den alleinigen Grund für seinen Erfolg zu suchen. Gerade ist der Typ wieder von 0 auf 3 in die US-Albumcharts eingestiegen. Wenn man ganz ehrlich ist, kann es aber auch nicht seine Stimme sein. Denn sein Falsett ist zwar relativ unverkennbar aber schon ein bisschen dünn. Seine Musik ist ein gelungener Mix aus Motown, Neo-Soul und Quincy Jones-Pop aber fügt dem Spiel auch nicht wirklich etwas Neues hinzu.
Trotzdem ist das Gesamtprodukt irgendwie cool. Die Mucke funktioniert einfach wunderbar. Es ist ein Album, was man wahrscheinlich 100mal in Folge im Hintergrund laufen lassen kann (bei was auch immer) und es würde nicht stören. Das ist eigentlich kein Kompliment für Musik. Hier irgendwie schon.
Denn das Album ist nicht langweilig. Dafür ist die Produktion zu abwechselungsreich und die Referenzen zu schön. Egal ob er Curtis Mayfields Bläser-Arrangements auf „Magic“ zitiert, beim Titeltrack „Something Else“ einen auf Disco macht oder sich bei „You’re My Baby“ an Marvin Gaye anlehnt, es wirkt nie plump.
Schade ist ein bisschen, dass hier der Track „Tie My Hands“ vom Lil Wayne Album „The Carter III“ noch einmal zweitverwertet wird. Keine Frage, das Lied ist großartig. Aber umso mehr hätte man sich über eine neue Zusammenarbeit der beiden gefreut.
Natürlich ist „Something Else“ auch so ein Album, was man reinmacht, wenn man Damenbesuch hat. Braucht man ja auch solche Dinger. Und für solche Situationen ist es perfekt. Angenehm aber nicht zu glatt.










