nte Perry ist einer der wenigen Jungs, die wissen, dass House schon auch einige eher eklige Seiten hat (Stichwort: Peinliche Voice-Samples). Dass House aber auch in cool geht, stellt der Dortmunder auf „Flashing Disco Sounds“ gleich zweimal unter Beweis.
Zwar ist Ante Perry schon seit acht Jahren mit Elektronenmusik in Kontakt, aber erst jetzt kommt sein erstes Album. Ist aber meistens eher gut, wenn DJs sich erstmal an den Decks profilieren, bevor sie sich in Polycarbonat pressen lassen. Und dafür gibt’s nun auch gleich zwei CDs.
In Runde eins wird gemixt und dabei mächtig Sympathie gewonnen. Perry diggt im Untergrund und findet Tracks, die dann doch so ein, zwei Lichtjahre von dem weg sind, was in Discos läuft, die Autobahn-Namen haben. Da wäre etwa Ilario Alicante, dessen „Vacaciones En Chile“ zwar untypisch melancholisch, aber mit den versonnenen Gitarrenpickings umso atmosphärischer ist. Oder aber Namito feat. Mahan mit ihrem Track „Upload“, der nicht nur so’n bisschen pumpt, sondern ziemlich steil geht, allerdings in eher ambitionierter Minimal-Manier.
Insgesamt bewegt sich der Mix ohnehin eher zwischen einem nicht ganz so hektischen Techno-Set und einer etwas erwachseneren House-Performance. Das wird auch dadurch deutlich, dass sich die 15 Tracks auf fast 78 Minuten erstrecken – da wird nix überstürzt. Dafür wird der Mix auf der anderen Seite auch nicht aus dem Stand alle Clubs der Welt niederbrennen. Ist eher was für den Hausgebrauch oder das Auto, da aber definitiv weitgehend ohne große Konkurrenz.
Dass Runde zwei als Bonus-CD gekennzeichnet ist, ist der blanke Hohn. Im Sinne von Understatement – der Mann ist wirklich gut. Die drei Kollabos von Ante Perry mit Tube & Berger fallen da besonders auf. „Walthervondervogelweide“ (diese Electro-Leute haben schon manchmal einen an der Waffel was die Titel angeht) klingt verdächtig nach zukünftigem Club-Klassiker. „Affentanz“ und „Symbiose“ haben zwar beide ein schwaches Outro, aber das fällt bei gelungen minimalistischen Tracks nun auch nicht so ins Gewicht. Im Gegensatz zur massiven Bassline von „Infinito“ von Elia Cassetti Orchestra im Remix von Ante Perry. Hervorragend! Bei den übrigen Tracks werden Bass-Junkies aber eher von der Hand im Mund leben müssen. Okay, „Mutant Rebellion“ ist auch noch eher großkalibrig. Sogar ziemlich.
Bleibt nur zu sagen, dass Herr Perry mal mehr produzieren soll, das klappt nämlich gut. Ein Traumdebüt mit viel Charakter, Stil und Individualität. Guter Mann, mehr davon.










