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"Brass Knuckles" von Nelly
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"Brass Knuckles" von Nelly

ährend sich der eine Teil der Rap-Gesellschaft fröhlich mit Hustensaft berauscht, scheint der andere mit großen Engagement Anabolika zu snacken. Bekloppte Typen. Schön ist das nicht. Und im Ernst: Dieses Cover ist eine Zumutung.

Kein Mensch will noch eingeölte Fleischberge auf Rap-Covern sehen. Dazu dieser verträumte Blick nach unten. Grausam. Ich würde jetzt gern schreiben: Aber wen interessieren schon Cover, wenn die Musik gut ist. Kann ich aber leider nicht. Denn die Musik ist nicht gut.
Anfang des Jahrtausends, mit „Country Grammar“, als lockerer Typ mit dem Zungenschlag aus dem Mittleren Westen, da war Nelly eigentlich cool. Da sah er noch nicht aus wie ein Zuchtbulle und man merkte ihm an, das ihm seine Musik Spaß macht. Danach kam noch „Hot In Herre“ und die Nelly&Kelly Single „Dilemma“, die irgendwie nicht tot zu kriegen war. Von da an ging es eigentlich nur noch bergab. Mit diesem Album sind wir am Tiefpunkt angekommen. Mit Spaß hat das hier nichts mehr zu tun. Selbst „Partylieder“ mit Namen wie „Party People“ klingen richtig schlimm gezwungen, locker ist da nichts mehr. Aus einem Beat wie dem von „Lie“ (Polow Da Don) kann man eigentlich auch gar nichts vernünftiges machen, aber Nelly und seine St. Lunatics versuchen es nicht einmal. Dann wird mit „U Ain't Him“ noch ein bisschen Down South geübt und mit „Long Night“ ein bisschen R&B, aber das klingt irgendwie alles nicht gut. Das Album hat genau zwei Höhepunkte und das ist der 16er von T.I. auf „Hold Up“ und der Beat von Pharrell für „Let It Go Lil Mama“. Ansonsten können selbst die Featuregäste nicht wirklich glänzen. Von denen gibt es übrigens ne ganze Menge. Auf jedem Track (außer „One And Only“, wie ironisch) nimmt sich Nelly mindestens einen Kollegen zur Unterstützung hinzu. Das trägt natürlich nicht gerade dazu bei, sowas wie einen roten Faden in die Angelegenheit zu bringen. Zu oft klingt es so, als wäre Nelly zu Gast auf seinem eigenen Album, so sehr sind die Lieder auf die Gäste zugeschnitten.

Das schlimmste ist eigentlich: Das ganze Album ist auf Hits ausgelegt. Aber es lässt sich kein einziger finden! Eigentlich kann Nelly Hits. Das hat er in der Vergangenheit immer wieder bewiesen. Aber diese 14 Tracks hier sind so unglaublich nichtssagend und belanglos, dass es für mehr als ein bisschen Radio-Airplay nicht reichen wird.

M. Schmutzer
titel
01 U Ain't Him feat. Rick Ross | 02 Hold Up feat. LL Cool J and T.I. | 03 LA feat. Snoop and Nate Dog | 04 Long Night feat. Usher | 05 Lie feat. St. Lunatics | 06 Party People feat.Fergie | 07 Self-Esteem feat. Chuck D | 08 Body On Me feat. Akon and Ashanti | 09 Stepped On My J'z feat. Ciara and JD | 10 Let It Go Lil Momma feat. Pharrell One and Only | 11 One And Only | 12 Who F**ks wit Me feat. Avery Storm | 13 Ucud Gedit feat. Gucci Mane and R. Kelly
Release: 17.10.08 bei Universal
|http://www.universal-music.de|
Künstler-Homepage: http://www.nelly.net
cover
Bewertung:
2/5