icolay und Phonte sind The Foreign Exchange. Ihr erstes Album „Connected“ wurde mit begeisterten Reaktionen von Kritikern und Kollegen überhäuft. Ein lockeres, warmes, schönes Rap-Album war das. Kann „Leave It All Behind“ das 4 Jahre später weiterführen?
Nein. Will es auch gar nicht. Beiden Beteiligten war von Anfang an klar, dass sie kein „Connected Part 2“ aufnehmen wollten. Dafür hatte sich vielleicht auch schon zu viel getan: Das 2004er „Connected“ entstand, ohne dass sich Produzent Nicolay aus Holland und Rapper Phonte (Little Brother) aus North Carolina je zu Gesicht bekommen hatten. Eine ungewöhnliche Arbeitsweise mit einem ungewöhnlich guten Ergebnis. Mittlerweile ist Nicolay ebenfalls nach NC gezogen, was die Arbeitsweise der beiden deutlich verändert haben dürfte.
Denn nach kurzer Irreführung (die beiden Alben fangen mit dem gleichen Soundeffekt an) zeigen sich deutliche Unterschiede. Erstes signifikantes Merkmal: Der Rap ist verschwunden und Phonte singt nun hauptsächlich. Und das überraschend gut! So als hätte er nie was anderes gemacht. Ganz ohne Autotune und so. „Leave It All Behind“ ist also ein R&B-Album. Die Beats waren ja auch schon im ersten Teil alles andere als hart, aber hier schraubt Nicolay seine verträumten Teile teilweise so, dass Rap darauf auch nichts mehr zu suchen hätte. Wie man es in diesem Fall vielleicht auch erwarten würde, ist die Thematik des Albums auf zwischenmenschliche Beziehungen beschränkt. Diese werden aber mit allen Hochs und Tiefs beschrieben bzw. besungen. Unterstützt wird Phonte dabei ab und an von den Sängerinnen Muhsinah und Yahzarah als weibliche Gegenparts. Auf anderen Liedern kommen ihm auch männliche Kollegen zur Hilfe, die das Album noch einmal um ein paar Einlagen bereichern, die Phonte selbst so vielleicht nicht hinbekommen hätte. Die Tracks gleiten so nacheinander hin und stellen verschiedene Episoden einer Beziehung dar. In dieses Konstrukt fügt sich auch sehr gut passend die Coverversion von Stevie Wonders „If She Breaks Your Heart“ ein. Schön geworden.
Eigentlich ist das ganze Album schön geworden. Aber auch so ein bisschen langweilig. Der sowieso schon sehr ruhige Ton, der The Foreign Exchange prägte rutscht hier teilweise ins Seichte ab. Ohne Frage haben sich die beiden Protagonisten weiterentwickelt. Das wird aber nicht allen gefallen. Gutes Sonntagmorgen Album, aber ein bisschen weniger groß als sein Vorgänger.










