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"Radio Free DC" von Fort Knox Five
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"Radio Free DC" von Fort Knox Five

ort Knox Five kommen aus Washington DC und haben bereits mit ihrem Label Fort Knox Recordings recht erfolgreich versucht gute Clubmusik zu machen. Dabei ging es in erster Linie um Funk, Rap und Bass – was sich ja hochsympathisch anhört. „Radio Free DC“ ist ihr erstes Album, das von allen heftig erwartet wurde, die die Herren mal live er- bzw. überleben durften.

Fort Knox Five haben sich bereits bei der Labelgründung vorgenommen neue Maßstäbe für Clubmusik zu setzen, einen neuen Sound zu schaffen. Nichts könnte einen Magagin-Redakteur wuschiger machen als so eine Ansage. Ist aber auch leichter gesagt als getan. Und tatsächlich ist „Radio Free DC“ auch eher eine Aneinanderreihung von Tracks verschiedener Genres – und die Tracks lassen sich bis auf eine Ausnahme (dazu später) auch wirklich recht zweifelsfrei Genres zuordnen.

Von den 16 Tracks sind vier Intro, Skit oder Outro, also sind es eigentlich nur zwölf. Die Hälfte davon ist moderner, cooler Funk. Oft mit Bläsern, schönen Scratches, Elektro-Gedöns und meistens Rap, manchmal Gesang (etwa Mustafa Akbar in „Uptown Tricks“) oder auch instrumental wie bei „The FK Strut“. Ist alles super, aber so oder so ähnlich auch eben schon mal dagewesen.
Daneben gibt es „Sao Funky Parts 1 and 2“, der erstmal mit Samba-Getrommel anfährt, dann aber doch in die Bossanova-Straße abbiegt. „The Party Pushers“ ist ein – ach jetzt hat’s der Titel schon verraten – Party Pusher. Bester Disco-Sound, leichter Funk-Flavour (zum Beispiel spürbar an der Bassline), aber ganz klar als Dancefloor-Nummer geschrieben. Mit DJ-Shouts und so.

„Killa Soundboy“ klingt exakt wie Asian Dub Foundation. Zum einen ist der Sound genau wie etwa „Fortress Europe“: flott und dubby, etwas trockener Bass, Jahrtausendwende halt. Zum anderen klingen Reggae-Legende Sleepy Wonder und Zeebo zusammen wie Master D. Tönt schön, gehört aber auf ein ADF-Album.
„Not Gonna Take It“ ist ein Lehrbuch Reggae-Stück. Delay, Orgel, Trompeten, Posaunen und jamaikanischer Nuschelgesang von Arthur Steele aka Rootz. Schönes Ding, hat mit rotem Faden aber auch nix zu tun.
Aber es gibt noch zwei ganz große Banger. „The Wonder Strikes Again“ ist einer der fettesten Dancehall-Tracks, die ich überhaupt je gehört hab. Basslines (Plural!) könnten auf nem Dubstep-Amboss geschmiedet worden sein. Sleepy Wonder klingt in Schnell auch geiler.
Und zu guter Letzt findet sich auch noch die Innovation. „The Spirit of 75“ verknotet virtuos Disco-Voice-Samples, Scratches, Streicher (!) und Dancehall/Dubstep-Basslines und zwar so, dass eben keine Schublade für den Tracks bereit steht.

Klar – alles Tracks sind top. Aber wer Innovation verspricht, soll auch Innovation abliefern und nicht Tracks aus sechs grundverschiedenen Genres – dadurch entsteht nicht zwingend was Neues. Obstsalat ist halt Obstsalat und nicht ne neue Frucht.

S. Krutzinna
titel
01 RFDC: A Place Called Fort Knox | 02 Insight | 03 Funk 4 Peace | 04 How To Start A Band | 05 Sao Funky (Parts 1 & 2) | 06 The FK Strut | 07 RFDC: Calling All Stations | 08 The Party Pushers | 09 Killa Soundboy | 10 The Wonder Strikes Again | 11 The Spirit Of '75 | 12 RFDC: The Power Of Five | 13 Papa Was Stoned | 14 Uptown Tricks | 15 Not Gonna Take It | 16 RFDC: Signing Off
Release: 24.10.08 bei Fort Knox Recordings
|http://www.fortknoxrecordings.com|
Künstler-Homepage: http://www.myspace.com/fortknoxfive
cover
Bewertung:
3/5