ass die Bossa Nova so Nova nicht mehr ist, sondern dieses Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiert, haben wir an dieser Stelle schon mal erwähnt. Dass sie aber trotzdem immer noch für das heutige Musikgeschehen aktuell und wichtig ist, beweist unter anderem auch Daniel Haaksman.
Dieser Typ, seines Zeichens DJ und Journalist aus Berlin, ist bekannt durch seine Baile Funk Compilations „Rio Baile Funk - Favela Booty Beats“, die das Phänomen aus den Favelas von Rio auch international bekannt machten. Diese ungeschliffene, ballernde Musik, zu der die Menschen dort ihre Probleme vergessen und ordentlich feiern, trat (ähnlich der Bossa Nova) einen Siegeszug um die Welt an, bis es selbst in Stuttgart Baile Funk-Partys gab.
Anlässlich des Jubiläums haben nun einige Baile Funk-Produzenten Klassiker der Bossa Nova geremixt. Daniel Haaksman hat die Ergebnisse zusammengestellt und präsentiert uns nun „Bossa Do Morro“, was so viel heißt die „Bossa vom Hügel“, da die Favelas in Rio eben meist auf Hügeln liegen. Wieder was gelernt.
So ganz neu ist das Zusammentreffen der beiden Musikrichtungen aus Rio natürlich nicht. Schon immer gab es Sequenzen und Samples der Bossa Nova-Lieder in Baile Funk-Tracks zu hören. Aber die wirkliche Fusion der beiden Stile blieb bisher aus. Aber sie funktioniert! Über die schweren Beats fliegen die Melodien von Klassikern wie „Agua De Beber“ von Tom Jobim oder natürlich „Girl From Ipanema“ von Joao Gilberto & Astrud Gilberto als würden sie genau da hin gehören. Auch wenn einige Bossa Nova-Liebhaber sicherlich gar nicht mal so begeistert sind, wenn sie die Ergebnisse hören, hat das Zusammenspiel dieser so unterschiedlichen Musikarten einen ganz besonderen Reiz. Eine feine, leise Musik der gehobenen Gesellschaft trifft auf den ruppigen Sound der sozialen Brennpunkte. Das hat doch was.
Die beste Art einen Geburtstag zu feiern: Mit lauter, knallender Musik. Das hat Daniel Haaksman mit dieser Compilation geschafft. Und dafür kann man ihm gleich mit gratulieren.










