umme Puppen. Versuchen es immer wieder. Schon das dritte Album und immer näher kommen die Puppetmastaz ihrem Ziel, die Menschen beherrschen zu können. Diesmal reicht ihre Kraft schon, eine Puppe auf den Mond zu schicken, wo soll das noch hinführen? – Nicht leicht, unter diesen Umständen noch unparteiisch zu bleiben.
Aber man hat ja keine andere Wahl als Kritiker. Dazu will ich erst noch mal kurz die Fakten abfrühstücken, wobei diese Berliner Crew eigentlich mittlerweile weitgehend bekannt sein dürfte. Die Puppetmastaz werden angeführt von Mr. Maloke, dem Maulwurf mit Zylinder; seine wichtigsten Helfershelfer sind Wizard the Lizard und der lispelnde Hase Snuggles. Dazu kommen noch eine ganze Reihe von anderen Freaks, Panic the Pig, Ducci Prosetti (Drache), HipHopNotist (Gecko), Frogga, Ryno (Nashorn) und Squidrick (Krake). Diese Kollektivform erinnert stark an den Wu-Tang Clan, ist allerdings noch ein wenig radikaler. Denn das Spiel mit künstlichen Identitäten, welches im HipHop teilweise immer noch hinter der steinzeitlichen Credibility hinterherhinkt, das es aber bei RZA & Co. schon gab, wird hier natürlich total auf die Spitze getrieben. Auch der Clou, die Crew als eine Art Organisation mit spiritueller Unterfütterung zu verkaufen, ist ja schon von der Gruppe aus Staten Island erfolgreich eingesetzt worden.
Da haben sich die Puppetmastaz also schon mal beste Voraussetzungen geschaffen, bei mir gut wegzukommen. Dass sie dann mit „The Takeover“ auch noch ein sehr hörenswertes Album produziert haben, macht die Sache noch viel besser. Die mit 23 Tracks sehr ordentlich beladene Platte lockt mit elektrifizierten Beats, bei denen mit Modeselektor und T.Raumschmiere zwei Meister ihres Fachs mitgewirkt haben. Das hohe Niveau, das Songs wie die Single „Mephistopheles“, das marschierende „Boots On The Ground“ sowie „Hallucinate“ erreichen, kann das Album aber leider nicht durchgängig halten. Es ist aber durchweg lustig, den verschiedenen Puppencharakteren beim Rappen zuzuhören, zumal sie auch nicht selten ziemlich clevere Sachen anstellen; seien es rhythmische Verschiebungen oder Reflexionen über das Puppendasein, die natürlich auch einiges über das Menschsein aussagen. Gerade in der zweiten Hälfte der Platte schleicht sich aber das Gefühl ein, dass ein wenig Abwechslung der ganzen Sache mal sehr gut tun würde – wenn dann zum wiederholten Mal im Chorus unheimliche Streicher einsetzen und der Song wieder nur aus Strophe und Refrain besteht, hofft man auf ein komplexeres Strickmuster beim nächsten Track.
Zum Glück überwiegen aber die guten Seiten von „The Takeover“, das sich mit grandiosem Sprachwitz, hervorragendem Flow und einer wahnwitzigen Produktion auszeichnen kann. Die bunten Wurzeln der unüberschaubaren Mitgliederschaft im Puppet-Clan bringt uns z.B. kompetentes Toasting auf High-Speed Breakbeat in „Reservor Foxin“. Im Refrain des gleichen Songs gehen dann Auto-Tune und Talkbox drunter und drüber. Es groovt, es funkt, es ballert – und immer auf so eine trashige Underground-Art, dass „The Takeover“ unbedingt als heißer Scheiß durchgehen muss.












