ie Leute bei Jazzman Records sind so richtige Digger. Die wühlen den ganzen Tag auf irgendwelchen Flohmärkten und in den Weiten des WWW rum, auf der Suche nach ungehörter Musik. Die darf ruhig alt sein, sie darf ruhig ein bisschen durchgeknallt sein, es darf sie nur keiner kennen und sie muss gut sein.
Wenn die wieder so eine Platte gefunden haben, dann schnappen die sich die und veröffentlichen sie auf kleinen süßen 7“-Vinyls neu. Musikfans auf der ganzen Welt, die nicht so viel Zeit und Energie zum diggen haben wie die Leute bei Jazzman Records, freuen sich dann und kaufen wie bekloppt. Nur hat heutzutage nicht mehr jeder Musikfreund einen Plattenspieler im Zimmer stehen. Deswegen gibt’s dann die gesammelten Funde von Zeit zu Zeit auch für die nicht ganz so coolen Leute auf CD. So wie bei „Welcome To The Party“. Hier trifft dann Latin Jazz vom Noro Morales Quintet auf ägyptischen Funk von Salah Ragab und grooviges Sitar-Zeug von Sohail Rana aus Pakistan. Auch ein paar gelungene Coverversionen sind dabei. Al Escobar geben „Tighten Up“ einen Latinanstrich und Della Reese funkt „It Was A Very Good Year“ ein bisschen auf.
Dazu gibt es ein knappes aber informatives Booklet, in dem ein bisschen Geschichte zu jedem Track steht, aufgehübscht mit Fotos und Originalcovern der Interpreten. Ein Lied einer aktuellen Band hat es auch auf die Compilation geschafft: „Soft Cheese“ von der Natural Yoghurt Band. Die Jungs fallen im direkten Vergleich leider ein bisschen ab. Meistens finden sich in so Digger-Collections auch immer so Dinger, die zwar obskur, aber nicht mehr richtig schön sind. Hier haben wie „Babalonia“ von Ricardo Marrero. Kam mal auf einem Indie-Label von Don King raus. Schöne Geschichte, aber nerviger Song.
„We Dig Deeper“ ist der Slogan von Jazzman Records und das machen sie gut so. Kanye West hat es in seiner Dankesrede zu den AMA's gesagt: Während in allen anderen Bereich der Welt nach vorne geguckt wird, lohnt es sich im Musikgeschäft zurück zu gucken.










