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"The Rise of Jamaica Dancehall Culture" von Various Artists
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"The Rise of Jamaica Dancehall Culture" von Various Artists

oul Jazz Records pushen mit „The Rise of Jamaican Dancehall Culture“ ihr wahrscheinlich interessantestes Release des Jahres. Just another dancehall compilation? Voll nicht – eine kluge Auswahl an Titeln zeigt wie Dancehall in den 80ern seinen Siegszug durch die Welt angetreten hat: Dreckig, leidenschaftlich und voller Energie.

Das ganze hört sich dann aber eher nicht an wie Busy Signal, Movado oder Million Stylez. Vielmehr ist hier Vinylknistern angesagt, man hört praktisch noch den Staub aus den muffigen Plattenläden in Kingston. Ausnahmsweise ging es aber diesmal den Soul Jazz-Diggern nicht (nur) darum den seltensten Shit ever zu finden, sondern eben auch die Smashhits und Meilensteine des 80ies Dancehall. Das garantiert dann auch Nichtjamaikaner unter 40 den ein oder anderen Wiederkennungseffekt. So ist etwa Yellowmans „Bam Bam“ dabei oder der Track „Under Mi Sin Ting“, der 1985 den Übergang von analogem zu digitalem Dancehall einläutete. Um diesen Eckpfeiler und das Vorher und Nachher geht es hier insbesondere. Zwar sind natürlich auch noch elektronischere Tracks wie Tenor Saws „Pumpkin Belly“ dabei, im Fokus steht aber eben auch die große Vielfalt des Dancehalls und seiner Wurzeln, die noch viel mehr hörbar sind als heutige Ausprägungen.

Daraus gefällt insbesondere das großartige „World A Music“ des jungen Ini Kamoze, mit stolz-prophetischem Gesang und dubbigem Piano-Rhythm. Oder das unglaublich smoothe „Soon Forward“ von Gregory Isaacs. Eek a Mouse ist mit „Wa Do Dem“ am Start, Sister Nancy mit „Only Woman With A Degree“ und Cutty Ranks zeigen mit „Chop Chop“ wo es gesanglich mit Dancehall hingehen soll.

Doch 33 geschichtsträchtige Tracks sind einfach zuviel um dem ganzen nur annähernd gerecht zu werden. Dafür bieten aber umfangreiche Sleevenotes von Steve Barrow eine tolle Möglichkeit zum Selbststudium. Und wer richtig angefixt ist und gar nicht genug bekommen kann (ist schnell passiert!) wird mit dem wie die CD betitelten Buch von Beth Lesser das wahrscheinlich beste Werk zum Thema finden, das zurecht von Observer, Sunday Times und Independent in den höchsten Tönen gelobt wurde. Must have!

S. Krutzinna
titel
CD 1: 01 Yellow Man — Bam Bam | 02 Tenor saw — Pumpkin Belly | 03 Reggie Stepper — Cu- Oonuh | 04 Chaka Demus and Pliers — Murder She Wrote | 05 Pinchers — Agony | 06 Michigan & Smiley — Diseases | 07 Ini Kamoze — World A Music | 08 Junior Murvin — Cool Out Son | 09 Triston Palma — Entertainment | 10 General Echo — Arleen | 11 Barrington Levy — Here I Come | 12 Cutty Ranks — Chop Chop | 13 Lone Ranger — M16 | 14 Super Cat — Trash and Ready | 15 Trinity — Jamaican Dollar | 16 Cornell Campbell — Boxing | 17 Gregory Isaacs — Soon Forward | 18 Conroy Smith — Dangerous | 19 Jacob Miller & Trinity — I’m Just A Dread / One Shut | 20 Lady Ann — Informer | 21 Brigadier Jerry — Fred Locks A Dreadlocks | 22 Eek-a-Mouse — Wa Do Dem
CD 2: 01 Sister Nancy — Only Woman DJ With Degree | 02 Early B — Deaf Ears | 03 Trinity — Uptown Girl | 04 Toyan — Spar With Me | 05 Horace Ferguson — Sensi Addict | 06 Clint Eastwood — Jump and Pawn | 07 Half Pint — Greetings | 08 Reggie Stepper — Under Mi Sin Ting | 09 Frankie Paul — Call The Brigade | 10 General Echo — Track Shoes | 11 Cornell Campbell — Mash You Down
Release: 21.11.08 bei Soul Jazz Records
|http://www.souljazzrecords.co.uk|
cover
Bewertung:
5/5