wei junge Damen und eine Drum-Machine - vorgestellt als drittes Bandmitglied. Umgeben von riesengroßen Meerschweinchen. Das sind Tenfold Loadstar.
Ok, die Meerschweinchen sind nur aus Pappe. Echte Tiere wären für eine so tieraffine Band (wie das Video zur Hit-Single „Sun And Rain“ andeutet) nicht drin. Also: Pappmeerschweinchen, ein namenloser Drum-Computer und Caro Garske und Gundi Voigt. Das ist Tenfold Loadstar 2005. Ein Duo, das live Vollgas gibt und doch um die Zukunft der Band bangt. Denn jüngst haben die Mädels den zweiten Trommler verschlissen.
Jetzt sind fünf Jahre seit „Mellow Garden“ vergangen, dem Album, mit dem Tenfold Loadstar zur Pop-Größe avanciert. Nicht allein wegen „Sun and Rain“, das sich dank Union Investment durch Fernsehgucker-Ohren wurmt. Die Bilanz, die man 2004 ziehen kann: Weniger Elektronik, mehr Akustik, Weichspüler-Pop, eine hübsche Stimme und ein eindeutiger wahlheimatlicher Hamburger Einschlag.
Nun, 2009, hat Urtrommler Björn wieder auf dem Höckerchen Platz genommen. Doch der Stecker bleibt ausgestöpselt. „It’s cold outside and the gnome is you” ist konsequent melodisch. Streicher, Klavier und ein Wurlitzer liefern den Rahmen eines klassischen Pop-Albums. Dazu kommt Caros zuckersüße Stimme. Ein harmonisch perfektes Ensemble, das ironisch umgekickt wird, wenn es in den Lyrics heißt: „What’s your fear today?" Lässt solche Musik überhaupt Ängste zu? Wo sind da die Makel, die Schönheitsfehler? Die Menschlichkeiten?
Auf „It’s cold outside and the gnome is you” muss man sie in den Texten suchen. „I am lost in space” klingt es auf „Hey now” verzweifelt. Die Platte endet dann mit „...at this time I just love myself more than anybody else”. Manchmal wirkt das wie Textbausteine, die hier und da aufgesammelt und neu zusammengesteckt werden. An den Inhalten ändert sich dennoch nichts.
Aber was ist schlimm an Reproduktion statt Produktion, wenn unsere Gegenwart sich selbst bloß ständig wiederholt, in Selbstreferentialität erstickt? Die Bilanz 2009: Noch weniger Elektronik, aber musikalisches Geschick und aufwändig vielschichtige Tonspuren. Eine sympathische Band, der man hoffentlich in Kürze wieder tête à tête begegnen darf. Samt Meerschweinchen.










