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"Ich wär soweit" von Lalah
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"Ich wär soweit" von Lalah

ufgemerkt: „composed and produced by Lalah in Denmark and Hamburg“ steht auf der Rückseite von Lalahs Debütalbum „Ich wär soweit“. Dänemark, Skandinavien; da schwingt immer gleich ein nordischer Glanz mit, lange Abende in einsamen Blockhütten, allein mit der Musik und dem Nordlicht. Dazu noch Chris von Rautenkranz (Tocotronic, Die Sterne, Blumfeld) als Co-Produzent – was kann da schiefgehen?

Nun, einiges an „Ich wär soweit“ ist schon irgendwo gelungen. Da gibt es schöne Passagen halb-synthetischer Instrumente, tupfende Örgelchen, jazzig schrammelnde Gitarrenkleckse. Dazu immer mal wieder ein passendes Störgeräusch, Fiepen, Knistern. Pluspunkt: Ein aufgeräumtes Sounddesign, wo sicher eine Menge Arbeit drin steckt.

Da hört es aber auch schon wieder auf mit dem Lob. Denn weder Lalahs Stimme, noch ihre Texte werden dieser Ästhetik gerecht. Der Charme einer zweitklassigen Chanson-Sängerin, die sich selbst zur Weltelite zählt, lässt jede Authentizität flöten gehen. Lalah, die in Wirklichkeit Dörte Benzner heißt, legt reichlich Kühlheit in ihr Organ. Deutsche Sprache, sachlicher Gesang – das kann schon eine gute Kombination sein. Nicht aber, wenn man eine Gefühlsduselei reinschraubt, die einen zart wachsenden Mitfühl-Effekt schon im Ansatz zerstört – was sich auch in den Texten fortsetzt. „Du bist heiß und kalt / ich bin in dich verknallt / gut – schlecht / geh weg / machs mir“ heißt es z.B. in „Süßes Salz“ auf einem fast schon an Depeche Mode erinnernden, minimalistischen Beatkonstrukt. Schade, dass Lalah nicht auch die Sprache etwas zurückgefahren hat. Zwischen Seefahrer-Kitsch („Kaviar“, „All meine Liebe“), einer naiven und von einer tiefergehenden Kenntnis der Materie offensichtlich weitgehend unbehelligten Begeisterung für „Mathematik“ sowie allerlei seicht verpackter Liebeleien in „Sommernacht“ und der „Großen Stadt“ findet sich nämlich wenig Brauchbares. In die richtige Richtung geht da schon der Titeltrack „Ich wär soweit“, der aber eine Ausnahme bleibt. Dazu kommt auch noch, dass das Artork überhaupt nicht anspricht. Ein enttäuschendes Album.

K. Haller
titel
01 Sommernacht | 02 Nicht mehr verliebt | 03 Gut | 04 Kaviar | 05 Große Stadt | 06 Mathematik | 07 Süßes Salz | 08 All meine Liebe | 09 Vergessen | 10 Zähmen | 11 Ich wär soweit | 12 Sanft
Release: 06.02.09 bei Freibank Music Publishing
|http://www.freibank.com|
Künstler-Homepage: http://www.lalah.de/
cover
Bewertung:
2/5