ävlakul sagt man in Schweden. Arschgeil etwas weiter südlich. Mando Diao bleiben weiter auf „I don’t care what the people say“ – Protestkurs. „Give Me Fire“ schmeckt nach Festivalschlamm, Bier und Sommerschweiß. Eine Platte, die nicht besser in den tristesten der tristen Wintermonate passen könnte.
„Give Me Fire“ bringt den Schnee zum Schmelzen. Den Regler nach rechts und los geht’s mit dem Opener „Blue Lining White Trenchcoat“. Klar und schlicht und mit exaltiert-kehligem Gesang präsentiert sich Mando Diao in altbewährter Weise wie man sie von ihren frühen Alben im Ohr hat. Auch die Party-Nummer „Dance With Somebody“ beweist, dass Mando Diao im besten und aufrichtigsten Sinne des Wortes eine Rockband ist und in einer ganz anderen Liga spielt als all die überflüssigen Indie-Emo-Trash-Bands. Mando Diao ist eine Haltung, nicht Unter-haltung; ist Droge und Therapie zugleich: „When you're all alone / we become your home we're the music / we're the music”.
Party- und Festivalstimmung ist aber nicht alles, was „Give Me Fire“ anbietet. „You Got Nothing On Me“ lässt auch im Text durchblicken, dass es bei Mando Diao keine Kompromisse gibt: „Fascists, warriors no matter what you'll say / You don't understand you don't understand me … The police and politics you're trying so hard to fool me / but you got nothing on you got nothing on me”. Unbedingte Systemkritik, die zum Schluss aber doch kippt und in einer Lovestory mündet. Aber gut, Mando Diao sind Rockstars und keine Poeten. Wer geistige Ergüsse erwartet, ist hier falsch bedient. Musikalisch passiert außerdem so viel, dass Texte sowieso nebensächlich sind. Da werden Anleihen bei der Volksmusik gemacht („Crystal“), Reggae-Rhythmen und flotte Bläser eingebaut, die sich ekstatisch zuspitzen und eine der besten Nummern, „The Shining“, zu einem Song machen, den man nie mehr vom mp3-Player löscht.
Nicht nur Feuer, ein ganzes Feuerwerk knallt vom Plattenspieler. Fühl Dich eingeladen – zum Schreien und Glücklichsein.










