ährend auf „When Machines Exceed Human Intelligence“ düster-futuristische Elektronenmusik rumballert, meint der (nicht nur wegen der Flannelhemden) farbenfrohere Busy P, dass das Album von Harmonic 313 schon jetzt eines der besten des Jahres sei.
Ja, muss ich jetzt auch keinen großen Hehl draus machen, dass der Ed Banger-Chef da ziemlich richtig liegt. Das Album überzeugt mit fast jedem einzelnen Track aber auch als Gesamtwerk – was wir als Freunde des angeblich ja so totgesagten Longplayer-Formats freilich begrüßen. Dabei macht Mark Pritchard aka Harmonic 313 aka eine Hälfte von Jedi Knight in seinen 15 Tracks durchaus verschiedene Fässer auf.
Das Album beginnt ziemlich genau so, wie ich mir eigentlich das neue Neil Landstrumm-Album gewünscht hätte: Sehr flächige Bässe, ordentlich Action, viel Dynamik – so wie Landstrumms frühere Alben heutige Dubstep-Sounds vorweggenommen hatten. Das ganze passiert in einem so futuristisch-apokalyptischen Sound, dass – hätte es diese Tracks damals schon gegeben – man in „Matrix Revolutions“ die Menschen hätte verrecken lassen müssen, nur um mit „Dirtbox“, „Cyclotron“ und dem späteren „Cyclotron C64 SID“ den Sieg der Maschinen zu untermalen.
Eine hervorragende weitere Referenz findet sich für das Mittelstück des Albums mit Mick Harris. Die smootheren Tracks wie „Word Problems“ oder „Galag-A“ erinnern deshalb so an den ehemaligen Napalm Death-Drummer und heutigen Dark Ambient-Produzenten, weil dieser ebenso präzise und stilgebend Snares und andere simple Percussions einsetzt und mit kleinen Divergenzen in den Patterns riesige atmosphärische Räume öffnet. Beeindruckender Scheiß!
Obwohl dem Album die Jedi Knight’sche Funkyness insgesamt doch eher abgeht (daher die jetzt schon tausend mal erwähnte Düsternis), versteht sich Harmonic 313 doch darin, mit wenigen kleines Moves in den Melodien guten Groove an den Start zu bringen. Diesbezüglich fallen insbesondere „No Way Out“ und „Köln“ auf, die natürlich keine Clubs niederbrennen, aber eben doch ein munteres Kräuseln auf die stainless Soundscapes zeichnen.
Eine weitere Dimension eröffnet „Battlestar“, bei dem etwas überraschend Phat Kat und Elzhi rappen. Falls irgendwer das Feature von Dabrye und Guilty Simpson „Special“ kennt – das geht hier in ne ähnliche (gute) Richtung. Der Track „Falling Away“ könnte es sich mit dem sanften Gesang von Steve Spacek definitiv in jeder guten Lounge einrichten. Und die meisten der übrigens Tracks müssten IDMern und Warp Records-Junkies defintiv gefallen.
Insgesamt also ein großartiges Album, allerdings auch kein einfaches. Ich denke, es braucht schon einiges an Musikerfahrung in verschiedenen Subgenres um hier wirklich zu checken was abgeht. Wer allerdings (wie ich und Busy P) Spaß an abgefahrener Musik hat, die wirklich herausragend gut gemacht ist – hat hiermit eines der sicherlich besten Alben des Jahres gefunden.










