s gibt Musik wie wir sie Tag für Tag im Radio oder auf unserem iPod zu hören bekommen und es gibt Musik, die kann man nur mit einem Abschluss in Musikwissenschaften in der Tasche verstehen, weil sie so surreal und alternativ klingt, als handle es sich um die Vertonung eines Dalí-Gemäldes. Dieses Album zählt definitiv dazu, denn was es hier auf die Ohren gibt, ist nichts für einfach gestrickte Hörer.
Hier das Konzept: Ausgerüstet mit einem Aufnahmegerät begibt sich der Österreicher Christof Dienz auf eine Odyssee durchs westliche Afrika, um dort sämtliche akustischen Eindrücke, die es zu erhaschen gibt, digital aufzuzeichnen. Das sind dann Autohupen, ein wilder Bienenschwarm, Kinderstimmen oder einfach nur Gesprächsmitschnitte. Mit diesen exklusiven Alltagsgeräuschen im Gebäck geht es dann zurück nach Wien, wo die Aufnahmen nun zu Musikstücken umfunktioniert werden sollen. Dazu wird ein gemischtes Ensemble zusammen getrommelt, das die Afrika-Mitschnitte nun mit frei assoziierter Jazz-Musik unterlegen darf. Und schon haben wir das, was Fagottist und Komponist Christof Dienz dann „sein Westafrika“ nennt: ein chaotisches Durcheinander, das einem ziemlich schnell auf die Eier geht.
Nein, dieses Gedröhne wird dem afrikanischen Kontinent nicht gerecht! Dienz scheint sich auf die negativen Aspekte Afrikas zu beschränken, sonst würde nicht so eine anstrengende Musik als Ergebnis seines ambitionierten Projekts dastehen. Mal ganz ehrlich: Wer will sich schon einen Bienenschwarm anhören? So einem Ding möchte man nicht begegnen und zuhören will man ihm erst recht nicht.
Die grundsätzliche Idee ist ja gar nicht so schlecht und als kurze Filmmusiksequenzen kann man sich das musikalische Schaffen auf „Mon Afrique de l’Ouest“ ja auch ganz gut vorstellen, als Album ist das ganze jedoch vollkommen überflüssig. Mir will nämlich trotz angestrengtem Nachdenken einfach keine Situation einfallen, in der ich mir diese akustischen Experimente freiwillig antun wollen würde. Mein Tipp deshalb: macht euch lieber euer eigenes Bild von Westafrika und verzichtet getrost auf das von Christof Dienz.










