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"Rules" von The Whitest Boy Alive
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"Rules" von The Whitest Boy Alive

au was auf, anstatt kaputt zu machen. The Whitest Boy Alive präsentiert ein kleines philosophisches Manifest. Und dass, wo die letzte Platte noch „Dreams“ heißen konnte…

Das Berliner Quartett, das seit 2003 gemeinsam musiziert, legt nun den zweiten Longplayer vor. Aus Träumen sind Regeln geworden. „The creation of rules is more creative than the destruction of them“ – so zitiert The Whitest Boy Alive die amerikanische Künstlerin Andrea Zittel im Booklet. Die Leute auf dem Cover stehen sogar Schlange für Regeln. Doch der Einlass ist eng.

„Rules“ mag auch vielleicht nicht jeden auf Anhieb überzeugen. Dem Prinzip eines quasi first take – Albums ist geschuldet, dass die Platte unaufwändig und feinfühlig klingt. Alles soll live genauso klappen wie im Studio, deshalb wird hinterher nix gedreht und gefrickelt. „Rules“ ist absolut ungeschminkt. Wer nach der zugegeben etwas nervigen Basslinie von „Keep A Secret“ nicht überzeugt ist, der ist aber beim zweiten Track spätestens richtig drin. Vor allem Erlend Øyes zauberhafter Stimme ist zu verdanken, dass sich die Songs wohlwollend und freundlich zu einem Gebilde verweben. Das ist Musik mit Herz. So ganz verblasst ist die Kings of Convenience-Lagerfeuerromantik noch nicht. Und doch sind die symbiotischen Elemente dieses Albums überaus interessant und Erfolg versprechend. Indem die Elektronik rechtzeitig in ihre Schranken gewiesen wird, besteht ein ausgewogenes Verhältnis von Akustik, Disco, Ambient und Indie-Pop. Auf „Dreams“ gab es Musik einer anderen Realität zu hören, spätestens jetzt hat The Whitest Boy Alive den Kern des Universums geknackt.

Und das ist auch Musik mit Verstand. Denn nicht nur durch Töne erklärt The Whitest Boy Alive wie die Welt tickt. Das Booklet enthält ein wunderbares Artwork von Geoff McFetridge. In ihm visualisiert der Künstler abstrakte, den Alltag bestimmende Begriffe. Die Hoffnung ist ein Vogel ohne Flügel, sie landet vorsichtig auf einer ausgestreckten Hand. Und auch wenn sie nicht wegfliegen kann, sie ist doch zart und zerbrechlich. Sie kann ins Straucheln geraten, aber sie kann dich nicht verlassen.

„Rules” ist zugleich ästhetisch und klug, dabei leicht und unangestrengt. Und schon jetzt eine der besten Platte des Jahres. Auf myspace rät der Norweger Erlend Øye lustig: Løp og kjøp. Also bitte: lauf und kauf. Aber flott!

L. Krutzinna
titel
01 Keep A Secret | 02 Intentions | 03 Courage | 04 Timebomb | 05 Rollercoaster Ride | 06 High On The Heels | 07 1517 | 08 Gravity | 09 Promise Less Or Do More | 10 Dead End | 11 Island
Release: 27.02.09 bei Bubbles
|http://www.whitestboyalive.com/|
Künstler-Homepage: http://www.whitestboyalive.com/
cover
Bewertung:
5/5